Happy Business
Happy Business - Der Business-Podcast mit Humor & Leichtigkeit von Sarah Thullner
Dieser Podcast soll dir einen Einblick in andere Unternehmen, in den Business-Alltag als Selbstständige und viele weiter Impulse, Tipps und Mehrwert geben.
Mein Impuls: Voneinander lernen!
Der "Einsteige" soll den "langjährigen Unternehmer" inspirieren neue Wege ins Business zeigen. Der "erfahrene Unternehmer" soll dem "Starter" Mut machen.
Das ALLES ohne Anstrengung, Erwartung und Voraussetzung.
Erfahre von steinigen Berufswegen oder ganz viel Leichtigkeit im Umgang mit manchen Aufgaben.
Im Wechsel von Solofolgen von mir, Sarah Thullner, und meinen Interviewpartnern wünsche ich Dir ganz viel Freude beim Zuhören und freue mich, wenn du ein Teil meiner Community wirst.
Du hast selbst Lust eine Folge mit mir zu machen oder mir eine Empfehlung für einen Interviewpartner?
Dann melde dich bei mir podcast@sarah-thullner.de
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Sei herzlich gegrüßt und wir hören uns,
Sarah
Happy Business
Folge #deineStimme // Körper, Stimme, Wirkung mit Aleksandra Simic
In dieser Interviewfolge von Happy Business spreche ich mit Aleksandra Simic – Coachin, Trainerin, Schauspielerin und Speakerin. Aleksandra begleitet seit über 10 Jahren Menschen dabei, in ihren Ausdruck zu finden, mehr Präsenz zu verkörpern und die eigene Stimme freier werden zu lassen.
Wir tauchen ein in den Ansatz Embodiment (Verkörperung) und schauen darauf, wie Körper und Psyche zusammenwirken – und warum kleine körperliche Impulse (z. B. Atem, Bodyscan, Bewegung, kaltes Wasser) helfen können, aus Overthinking und Stressschleifen auszusteigen.
🎧 Eine Folge für dich, wenn du mehr Stimme, Präsenz, Selbstwirksamkeit und Ausdruck in dein Leben (und dein Business) bringen willst – mit Humor, Leichtigkeit und Tiefe.
Außerdem geht es um das, was viele kennen: Redeangst, Nervosität, flache Atmung, „Blackout“-Momente auf der Bühne – und wie man genau das trainieren kann, statt sich dafür zu verurteilen.
In dieser Folge erfährst du:
- was Embodiment bedeutet – und warum der Körper das Gehirn beruhigen kann
- wie du bei Nervosität wieder in Präsenz kommst (Atem, Warm-ups, Mini-Übungen)
- warum Stimme oft „unfrei“ wird – und wie du zu deinem echten Ausdruck zurückfindest
Zum Abschluss gibt Aleksandra einen starken Impuls mit: Jede*r kann im eigenen Wirkkreis etwas bewegen – und die Welt ein Stück heller machen, wenn wir uns erlauben, wirklich Raum einzunehmen.
Details zur Interviewpartnerin:
Aleksandra Simic ist Gründerin von EmbodyX, Schauspielerin und Trainerin für verkörperte Souveränität. Sie unterstützt Selbstständige, Führungskräfte und pädagogische Fachkräfte dabei, mit Stimme, Haltung und Präsenz überzeugend aufzutreten – live und virtuell.
Mit über 10 Jahren Erfahrung auf der Bühne und in der Seminararbeit verbindet sie Schauspiel, Körperarbeit, Stimmtraining und Nervensystemregulation zu einem einzigartigen Trainingsansatz.
Mehr als 1.500 Menschen hat sie bereits begleitet – hin zu mehr Wirkung, Sicherheit und echter Resonanz.
Mehr zu Aleksandra & EmbodyX:
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🔗 LinkedIn: www.linkedin.com/in/aleksandrasimicembodyx
📸 Instagram: www.instagram.com/aleksandrasimic.official
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Schön, dass du meinem Podcast "Happy Business" hörst!
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Ich freue mich auf den Talk mit Dir,
Sarah Thullner
Happy Business - Der Business-Podcast mit Humor & Leichtigkeit
Sarah Thullner:
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Podcast Happy Business. Mit Humor und Leichtigkeit gehen wir heute wieder in eine Interviewfolge und ich freue mich wirklich sehr, dass ich heute die Aleksandra Simic an meiner Seite habe. Sie ist wirklich Multitasking. Sie hat ja in ihrem ganzen Repertoire ist sie Coaching. Sie ist Trainerin, sie ist aber auch Schauspielerin. Und natürlich gehört dazu auch das Speaking. Und ich bin total wirklich fasziniert, was du alles kannst und machst und würde mich sehr freuen, wenn du noch ein bisschen tiefer dich vorstellst und erzählst, wer du bist. Liebe Alexandra.
Aleksandra Simic:
Danke schön, liebe Sarah, dass ich hier sein darf. Genau. Du hast es eigentlich schon sehr gut beschrieben seit zehn Jahren. Mittlerweile habe ich über 1500 Menschen begleiten dürfen auf ihrer eigenen Reise. Sich selbst zu entfalten, in ihren Ausdruck zu finden und wirklich wieder Lebendigkeit zu erfahren. Sei es durch die Schauspielerei selbst. Indem ich im Schauspiel Methoden an die Hand gebe, sei es durch Sprechen mit der Sprechgestaltung, mit Sprecherziehung, Übungen oder dann halt eben auch mit Regulationsübungen aus dem Embodyment Ansatz. Und es macht einfach ganz viel Freude, weil ich Menschen eben erlebnisorientiert etwas mit an die Hand geben darf.
Sarah Thullner:
Alexandra Was ist Embodyment für Menschen, die das noch nie gehört hat? Was hat es damit auf sich?
Aleksandra Simic:
Embodiment heißt übersetzt so viel wie wie Verkörperung. Das bedeutet, dass die Psyche ja nicht nur auf den Körper wirkt, sondern eben auch umgekehrt der Körper auf die Psyche wirken kann. Und gestern erst habe ich einen Post von Wissenschaftlern dazu gelesen, die herausgefunden haben, dass das Gehirn sozusagen sich entzündet und degeneriert. Wenn wir in gedanklichen Schleifen festhängen und immer wieder overthinking emotional die gleichen Spiralen durchgehen im Kopf und das aber das Stressgehirn, was auch mal ja viel durchdenken muss und erleben muss, wenn es immer mal wieder auch körperliche Impulse bekommt. So kleine Mikropausen von vielleicht 30 Sekunden, wo man konkret in den Körper geht, vielleicht die Hände kalt wäscht. Dass das dann dem Gehirn ganz viel Erholung zurückgibt, weil es immer wieder in den physischen Körper zurückführt. Und das fand ich sehr interessant.
Sarah Thullner:
Spannend. Das heißt also, wenn man zum Beispiel nachts nicht zur Ruhe kommt und nicht in den Schlaf kommt, wäre vielleicht so ein kleiner Tipp, noch mal kurz aufzustehen, die Hände kalt abzuwaschen und dann wieder zu versuchen, sich hinzulegen. Es wäre. Habe ich das richtig verstanden? Spannend. Spannend. Okay.
Aleksandra Simic:
Oft denkt man, man muss die Gedanken aufschreiben, was zwar auch schon eine physische Handlung ist, aber tatsächlich irgendwas tun. Was, was den Geist wieder zurück in den Körper holt. Treppensteigen? Keine Ahnung. Sich selber irgendwie liebevoll umarmen. Oder einfach mal a la Bodyscan. Mal achtsam in den Körper reinfühlen. Genau. Alles, was uns in den Körper zurückholt, ist auch für das Gehirn gesund. Und unsere Psyche.
Sarah Thullner:
Könnte der Atem auch dazu.
Aleksandra Simic:
Ja, definitiv ja.
Sarah Thullner:
Das heißt also, wenn ich wirklich mal vielleicht meine Hände auf den Bauch legt, tief einatme, könnte das vielleicht auch schon einen Effekt bringen, dass ich nicht komplett aufstehen muss und mir vielleicht dadurch wieder in den wärmeren Zustand gehe?
Aleksandra Simic:
Ja. Ja. Deshalb ist glaube ich jetzt Breathwork auch immer mehr im Kommen, weil die Menschen einfach merken, wie stark das heilsam sein kann. Also jetzt nicht nur für die eigene Sprechgestaltung, dass man guten Atemsitz hat, sondern weil es wirklich wohltuend wirkt, wenn wir in diese tiefen Atmung kommen. Und ich glaube, da entsteht jetzt immer mehr Bewusstsein, weil wir waren ja geprägt von Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich. Es war so unsere, unser Zeitgeist. Und jetzt kommt immer mehr auch dieses Ich bin und ich fühle, ich empfinde etwas. Ich kehre zurück in meinen Körper. Und deshalb wird, glaube ich, der Embodyment Ansatz jetzt auch immer mehr, ja bewusster werden in der breiteren Masse.
Sarah Thullner:
Und dann ist das auch ein Teil von deiner Arbeit. Also dieses Embodiment ist wahrscheinlich nicht ausschließlich, sondern es gehört dazu wahrscheinlich zu gewissen Bereichen. Erzähl mal wie Wie läuft denn so eine Zusammenarbeit mit dir? Ich finde das so spannend, weil du ja so viele Bereiche hast. Da gibt es bestimmt auch viele Ansätze, wie Kunden auf dich zukommen, oder?
Aleksandra Simic:
Mhm, definitiv. Also es kommt immer natürlich darauf an, wer vor mir ist und wer welchen Bedarf jetzt konkret hat. Neulich erst hatte ich ein Erstgespräch mit einem Speaker, der früher Manager in einem Konzern war und jetzt sich selbstständig gemacht hat. Und er hatte einen Auftritt. Den Auftritt habe ich gesehen und der war total unzufrieden, dass eben die äußeren Rahmenbedingungen dazu geführt haben, dass er sein Potenzial in dem Moment des Redeanlasses nicht abrufen konnte. Dass er gemerkt hat, ihn hat es total verwirrt, dass plötzlich die Technik nicht ging. Sein Fokus war weg, die Atmung war flach. Ähm. Plötzlich war der erste Satz irgendwie gesprochen, also irgendwie. Der Körper wollte nicht das tun, was der Geist eigentlich vorhatte. Und da war so eine Dissonanz. Genau. Und das ist total normal und natürlich. Also ich glaube, viele Menschen würden in so aufregenden Situationen in ähnliche Muster verfallen. Ich merke das auch bei mir, auch nach Bühnenerfahrung, dass das immer mal wieder passieren kann. Aber umso mehr kann man das dann tatsächlich auch in einem Safe Space trainieren. Also dass man gemeinsam in der gemeinsamen Arbeit dann schaut, was. Was gilt es zu verändern? Was waren die Muster, die dazu geführt haben, dass man eher in eine Aufregung verfällt, wie zum Beispiel der flache Atem oder die überhöhte Stimme? Und dass man guckt, dass man diesem Muster dann einen Gegenpart gibt in einem Safe space, also dass man in die Wohlfühl tonlage zurückfindet. Oder dass man eben lernt, die Atmung zu steuern. Oder dass man lernt, die Anspannung, die sich im Körper breit macht, davor abzubauen, das Adrenalin abzubauen durch Übungen? Genau. Und das lernen wir Schauspieler auf der Schauspielschule tatsächlich genau drei Jahre intensiv.
Sarah Thullner:
Wow, Drei Jahre intensiv. Das hört sich spannend an! Ja, da kann ich mir schon vorstellen, was du. Wie oft erlebt man das, dass Menschen in eine Führungsposition reinkommen. Und auf einmal sollen sie vor großen Mengen reden und hatten noch nie da in irgendeiner Weise Berührung. Und du erzählst gerade von drei Jahren lernen. Das ist natürlich, wo ich dann immer wieder denke ja, da darf man sich doch bestimmt einfach jemanden wie dich an die Seite holen und das ganze üben, weil wie soll man das denn jetzt auch von jetzt auf nachher können? Also dass das funktioniert ja gar nicht und ich finde es total spannend. Würdest du sagen, du hast jetzt mehr selbstständige Kunden oder auch Angestellte? Was? Was überwiegt bei dir?
Aleksandra Simic:
Sowohl als auch. Also ich biete auch viele Kurse an von Schauspiel über sprechen hin zu meinem auch freien Theaterspiel Club und da sind oft auch viele Angestellte mit dabei, die einfach sagen ich will mal out of comfort Zone, ich will mal was Neues erleben. Ich merke, ich habe da irgendwo eine Blockade und kann mein Potenzial eben nicht richtig entfalten. Und es stört mich. Oder in Redeanlässen auch mit Kollegen merke ich, dann werde ich leiser oder ich kann mich nicht richtig durchsetzen und Gehör verschaffen. Also da gibt es auch viel, auch im Angestelltenbereich, wo man auch drunter leiden kann, wenn man das Gefühl hat, mein Körper will nicht so wie ich will. Und ich. Ich kriege nicht die gewünschte Wirkung, die ich gerne hätte. Aber als Selbstständige oder Selbstständiger ist es natürlich genauso wichtig. Gerade weil wir ständig pitchen müssen, unsere Angebote oder weil wir vielleicht selber Vorträge halten müssen. Genau. Oder natürlich auch im Kundenkontakt, was Koregulation betrifft. Das ist so ein wissenschaftlicher Ansatz, der besagt, dass Menschen ihre Nervensysteme sozusagen in eine gleiche Schwingung kommen. Und wenn mein eigenes Nervensystem über erregt ist, ich sozusagen total zittrig bin und irgendwie total schnell am Sprechen bin oder wie auch immer, dann entsteht auch diese Nervosität in meinem Gegenüber. Und genauso geht es auch umgekehrt, wenn ich eben in so einer beruhigenden Art bin, zu empfinden, in meinem Körper zu atmen und zu sprechen, dann wirkt das auch entsprechend auf mein Gegenüber.
Sarah Thullner:
Habe ich selber schon erlebt, wie so ein Spiegelbild. Das ist faszinierend, das ist wirklich faszinierend. Also ja, kann ich selber aus Erfahrung reden, dass es wirklich immer wieder beeindruckend ist, dass du Menschen mit Nervosität und Unruhe genauso reinbringen kannst wie genau das Gegenteil. Es ist echt spannend, finde ich. Wirklich sehr spannend. Ja, und ich glaube, das ist vielleicht auch dein Kunden, wo du vorhin erzählt hast, wahrscheinlich dann auch passiert. Dadurch, dass er es nach außen gewirkt hat, waren die vielleicht auch nicht ganz zufrieden mit seinem Vortrag. Und das war dann wieder so das Gegenspiegeln. Das ist, glaube ich auch etwas, was immer wieder passiert. Wir aber richtig interessant, richtig interessant. Hast du dich da natürlich klar in deiner Schauspielerausbildung sehr viel damit beschäftigt. Aber gab es davor schon, bevor du diese Ausbildung absolviert hast, schon intensive Berührung damit? Erzähl mal, wie kamst du denn dazu? Ich finde es nämlich sehr faszinierend, weil man wacht ja nicht morgens auf und sagt Das ist jetzt meins, oder?
Aleksandra Simic:
Ja total. Ist es auch etwas, was ich erst erkundet habe. Also sozusagen zur Schauspielerei. Selber bin ich gekommen durch meine Neigung, ja einfach kreativ zu sein. Und in der Schulzeit hat sich das abgezeichnet, dass ich vor der ganzen Klasse nicht klasse, eigentlich vor der ganzen Schule als Schulband, als Sängerin gewirkt habe. Und klar, Nervosität war da auf jeden Fall gegeben. Oder dass man mal einen Texthänger hatte und dann selber so unzufrieden war mit sich. Aber die Resonanz war aber trotzdem immer positiv, weil ich das total verkörpert habe, also gelebt habe, da vorne zu stehen und und diesen Song zu performen. Und so war ich auch in der Theater AG involviert. Also ich hatte das vierstündig im Leistungsfach zum Abschluss hin und hatte auch BK vierstündig. Also das war schon daran hat sich eigentlich gezeigt, dass das mein Weg ist, dieser kreative Ausdruck. Aber ich wusste nicht, dass ich am Ende auf eine Schauspielschule finde. Das hat sich dann durch Planlosigkeit in der Berufsorientierung ergeben. Tatsächlich? Ach was, echt erzählt?
Sarah Thullner:
Das ist ja jetzt richtig interessant. Ich hätte jetzt so eingeschätzt, du wärst total straight drauf zu und wusstest das, Dann war das so nicht?
Aleksandra Simic:
Nee, eigentlich wollte ich als Kind immer Sängerin werden und deshalb habe ich in der Zeitung damals eine Annonce gesehen von meiner Gesangslehrerin und bin dann dorthin gegangen und fand das ganz klasse, was ich da gelernt habe, und habe zu ihr gesagt Du, ich weiß gar nicht, was ich eigentlich machen will beruflich nach dem Abitur. Und dann hat sie gesagt Alexandra. Also Musik ist ganz toll, aber da hast du weniger Möglichkeiten als mit der Schauspielerei. Warum nicht das? Und dann hat die mir quasi die Schauspielschule empfohlen und dann habe ich alles stehen und liegen lassen, mein Au Pair Jahr nicht wahrgenommen in Amerika und wollte sofort diese Schule besuchen, wo ich die Zusage bekam und ja, erfahren, was die da so lernen.
Sarah Thullner:
Ja, okay, das ist ja spannend. Das heißt, sie war ein bisschen deine Impulsgeberin für diese Richtung. Oh, wie schön. Habt ihr heute noch Kontakt?
Aleksandra Simic:
Ja, Ich war erst letztes Jahr wieder bei ihr. Nach. Ich weiß nicht. Ich glaube zehn Jahren, wo ich eben kein Gesangsunterricht bei ihr mehr hatte. Und das war schon interessant, wo ich damals stand, wo ich heute stehe. Und genau überhaupt diese Einsicht, warum das, was ich tue oder was ich gelernt habe in der Schauspielerei, Schauspielerei so wirksam ist, hängt viel damit zusammen, dass ich in Coronazeiten Soziale Arbeit studiert habe und parallel meine Selbstständigkeit fortgeführt habe. Und da hat es ein Fach gegeben, das nannte sich Traumapädagogik. Und genau da habe ich das überhaupt erst verstanden. Also wie Menschen ihre Erfahrungen im Körper abspeichern, ohne dass sie es vielleicht bewusst wollen. Aber wir haben alle somatische Marker, nennt sich das, wo diese Erfahrung einfach abgelagert ist, damit wir intuitiv schnell gewarnt werden, sollte es sich noch mal so eine blöde Situation ereignen. Und deshalb sind wir halt dann schnell triggerbar in solchen aufregenden Situationen und dadurch habe ich überhaupt erst verstanden, warum diese Schauspielübungen für Schauspieler, aber auch für Nichtschauspieler so wirksam sind. Weil sie da dieses Körpergedächtnis verändern können. Zum Positiven, dass man nicht so schnell getriggert wird und freier wird in seinem eigenen Ausdruck.
Sarah Thullner:
Spannend. Das heißt also, ähm, habe ich dich da jetzt richtig verstanden? Rein theoretisch müsste jeder, der vielleicht auf eine Bühne geht oder ein Meeting vor vielen Personen abhält, wie so eine kleine, eine kleine Rolle tauchen, damit er da besser mit umgehen kann. Dann, dass er nicht vielleicht in so einen Muster fällt, wie du es jetzt gerade beschrieben hast. Habe ich es richtig verstanden?
Aleksandra Simic:
Ja, also zum einen geht es viel um Rückverbindung mit sich selbst, also dass man wir sagen auch in der Schauspielerei Du wirst erst dann Schauspieler, wenn du Mensch wirst. Also du musst dir erst selber begegnen mit all deinen Päckchen, die du hast und anfangen zu sortieren. Und also wirklich viel innere Arbeit leisten, damit du dann was Neues verkörpern kannst. Weil wenn das Alte das alles überlagert, dann wirkt es halt einfach hemmend. Und wir müssen das erst mal ablegen und sortieren, damit wir frei sind für Neues. Und deshalb braucht es den sicheren Raum, in dem ich überhaupt diese Entfaltungsmöglichkeit entwickeln kann. Und wenn ich da gut sortiert habe und mich neu ausgerichtet habe durch Körperübungen, die meinem Körper signalisieren Er ist sicher oder. Oder meine Stimme, die fühlt sich authentisch an, und erst wenn ich dieses Erleben habe, dann fällt es mir leicht, das zu ankern in schwierigen Momenten, weil ich ja dann diesen idealen Zustand in Anführungsstrichen kenne und den dann abrufen kann, weil ich mich da reinversetze. Bewusst. Genau das ist so der Weg.
Sarah Thullner:
Wahnsinn. Das ist echt, Also richtig beeindruckend. Wirklich. Aber dann hast du ja richtig viel Arbeit leisten müssen in diesen drei Jahren, weil ich denke, dass man ja viel Input bekommt und viel mit sich selbst arbeitet. Das sind drei Jahre ja eigentlich gar nichts, wenn man das so ganz genau betrachtet. Weil ich glaube ja, wie du so schön vorhin gesagt hast jeder hat so seine Päckchen, jeder hat seine Erfahrungen, manche mehr, manche weniger. Und die hinzubekommen, dass man da mit sich vielleicht ins Reine oder ans Heilen kommt, das ist bestimmt nicht einfach. Bestimmt nicht einfach.
Aleksandra Simic:
Aber total schön. Also ich fand, es macht auch. Also am Ende vom Tag, wenn man dann von der Schauspielschule heimfährt, da ist man schon geschaffen. Also man merkt, das ist intensive Arbeit, aber total befreiend, weil da einfach etwas aufgelegt wird, sozusagen, was so lange verborgen blieb. Also ich mache es mal konkret an einem Beispiel, dass man sich vorstellen kann, ich war jemand in der Familie, die die Rolle innehatte, zu funktionieren und sozusagen Harmonie zu stiften, weil halt eben meine Eltern zum einen hoch strittig waren miteinander, aber zum anderen auch. Ich habe einen 20 Jahre älteren Bruder, der auch im Jugoslawienkrieg als Soldat gedient hat und zu der Zeit war meine Mutter mit mir schwanger. Und genau deshalb, als ich dann auf die Welt kam und mein Bruder hat Gott sei Dank überlebt, verwundet, aber alles war gut und ich habe dann sozusagen das Positive wieder in die Familie gebracht und damit war meine Rolle von Anfang an gesetzt und deshalb lag mir Wut als Emotion total weit. Aber irgendwie so was wie Trauer, weil mich irgendwas dann berührt hat und ich traurig fand, dass das Leben so oder so für auch andere ist. Dieses Mitgefühl, das war dann sehr stark ausgeprägt und in der Schauspielschule durfte ich das dann erkennen. Und dadurch, dass ich ja dann Rollen verkörpert habe, die ich nicht bin und gemerkt habe, bei welchen Rollen komme ich an meine Grenzen, wo habe ich eine Blockade, wo schaffe ich es nicht, in diesen emotionalen Ausdruck zu gehen? Und da macht man dann immer diese Rückverbindung zu sich selbst, zu der eigenen Geschichte und erkennt dann halt, woher das kommt und man hat. Ob das jetzt Tatsache ist, ist dahingestellt. Also mein Direktor sagte auch du musst deine Dämonen nicht benennen können, aber dass du sie fühlst, dass da was da ist, was dich hindert und dann zu sagen So, und ich lege das jetzt ab und ich wähle was Neues. Das war eigentlich ganz spannend und da habe ich dann zum Beispiel ein Wut Improvisation total den Durchbruch bekommen, weil ich dann zum Ersten Mal so richtig wütend sein durfte, was ich davor in meinem eigentlichen Leben nie hatte. Und das war befreiend.
Sarah Thullner:
Ja, Wow, Was? Schön, dass du uns da jetzt gerade mit auf diese Reise genommen hast, weil ich hatte irgendwie gerade die ganze Zeit das Gefühl, als wäre ich da mit dabei. Also, das hast du gerade so schön beschrieben. Richtig spannend. Ich habe es auch gerade. Ich bin ja ein sehr visueller Mensch. Kennst du den Film? Alles steht Kopf.
Aleksandra Simic:
Ja, Mit den Emotionen.
Sarah Thullner:
Ja, genau. Ich habe. Ich habe ganze Zeit gerade das das Wutmännchen vor mir gehabt. Und ich dachte Ja krass und dann ist das wahrscheinlich bei dir so explodiert wie bei dem damals in den Filmen und wo du denkst Wahnsinn, was da passieren kann auf einmal mit einem, wenn man sonst eigentlich das nicht hat und nicht im Alltag ja anwendet oder überhaupt abrufen kann. Spannend.
Aleksandra Simic:
Und das ist genau das, was dann aber auch Ausdruck findet, diese Unterdrückung. Also wenn ich meine Stimm und Sprechkurse gebe, da gibt es ein Arbeitsblatt, was die da ausfüllen, was wir dann thematisieren, ähm, sozusagen über die eigene Stimme, positive Erlebnisse, negative Erlebnisse usw und über dieses Blatt kommen wir dann zu der Reflexion, dass unsere unser Stimmausdruck stark gesellschaftlich geprägt ist. Zum Beispiel ähm, wir angenommen, wir müssen ja ständig Emotionen unterdrücken. Also weil wir halt sozial funktionieren sollen, uns anpassen. Wir können ja nicht, wenn wir wütend sind auf den Chef oder Chefin sie beleidigen oder irgendwie sowas. Aber trotzdem schwelt da was in uns und und das hört man dann aber im Stimmklang, dass die Stimme da nicht frei ist. Also man sagt auch, es gibt keine unschöne Stimme, es gibt nur eine unfreie Stimme. Und ja.
Sarah Thullner:
Schöner, schöner muss ich jetzt noch mal auf unfreie Stimme? Das hört sich echt spannend an, ja? Ja.
Aleksandra Simic:
Und gerade zum Beispiel, um es wieder auch konkret zu machen Ich habe viele Frauen, auch in meinen Coachings, wenn ich mit denen Lautstärkeübungen mache. Die tun sich damit wahnsinnig schwer. Und dann gucken wir auch, warum ihnen Lautstärke so schwer fällt. Und oft ist es dann dieses, dass man damit etwas Negatives assoziiert, weil man vielleicht früher vielleicht vom Vater oft angeschrien wurde. Und deshalb ist Lautstärke nicht ein Zeichen von Ich darf Raum einnehmen und meine Stimme darf andere berühren und erreichen, sondern eher ein Wenn ich laut bin, dann schädige ich andere. Und somit kann Stimme ein wahnsinniger Zugang sein. Letzten Endes zu erkennen, warum wir diesen Ausdruck heute noch wählen und. Und wenn wir dann in einen neuen Ausdruck gehen, können wir das, was uns geprägt hat, verändern. Und das ist irgendwie das Interessante daran. Ja.
Sarah Thullner:
Voll spannend. Würdest du sagen, jeder kann zu seiner eigenen Stimme finden, Zu seiner schönen Stimme, Zu.
Aleksandra Simic:
Ja.
Sarah Thullner:
Seiner Stimme? Ja, das ist möglich. Ach, wie schön. Das hört sich gut an! Das hört sich echt gut an!
Aleksandra Simic:
Ich würde auch die Hypothese aufstellen, dass theoretisch jeder singen kann.
Sarah Thullner:
Ja. Ja, echt? Ah, okay. Das heißt, da brauchst du dann wahrscheinlich, wie du so schön gesagt hast, nur die perfekte Atemtechnik dazu und dann die Arbeit mit dir. Und wie man zu seiner Stimme überhaupt findet und kommt.
Aleksandra Simic:
Spannend ist ein längerer Prozess. Manchen ist es vielleicht leichter in die Wiege gelegt als anderen, haben da einen besseren Zugang. Aber letzten Endes darum geht es auch in der Schauspielerei und in der Ausbildung, dass wir in unsere physiologische Mitte zurückfinden, in diese, in diesen gesunden Zustand. Ich glaube, ich bin mein Leben lang nie so aufrecht gelaufen wie in der Schauspielausbildung, weil wir da ganz viele körperorientierte Übungen machen, wie die FeldenkraisÜbung zum Beispiel oder die Alexandertechnik oder so was. Und man muss sagen, ich habe das Korreliose diagnostiziert gekriegt als Kind und war da viel bei der Krankengymnastik. Und tatsächlich, in der Schauspielschule war ich da super, super aufrecht. Und genau das fand ich dann sehr, sehr spannend. Wie wie die Körperübungen dann auf die Wirbelsäule auch wirken kann.
Sarah Thullner:
Und genau hat sich das dadurch jetzt verbessert?
Aleksandra Simic:
Ich muss sagen, es ist wieder schlechter geworden, weil ich so viel jetzt in meiner Selbstständigkeit am Computer sitze und eine schlechte Haltung einnehme. Aber wenn man das tagtäglich üben würde und sich Zeit dafür nimmt, solche Übungen zu tun, die jetzt nichts mit Sport oder dergleichen zu tun haben, sondern immer wieder mit dem gesunden Aufrichten der Wirbelsäule, mit dem Auslockern des Körpers. Dann kann man das schon wieder zurückfinden. Ja, aber in der Zeit nach der Schauspielschule. Also, ich war super. Super aufrecht.
Sarah Thullner:
Wahnsinn. Sehr, sehr spannend. Erzähl mal noch ein bisschen mehr von dir. Was? Was treibt dich so an? Was? Was ist so? Ja. Erzähl noch ein bisschen. Was. Was? Was ist deine Intention?
Aleksandra Simic:
Ja. Also, ich liebe es einfach, wenn ich sehe, dass was aufgeht. Dass was aufblüht in irgendeiner Form. Was, was sich zurücknimmt und klein macht, hin zu etwas, was wirklich Raum einnehmen darf. Und ich hatte da auch in meiner Trainerausbildung damals so eine Vision. Da gab es so eine NLP Übung, die wir gemacht haben und der oberste Punkt der Pyramide, da hatte ich so irgendwie so eine Vision von Menschen, so ein inneres Bild. Menschen sitzen im Karton und das ist meine Aufgabe ist sozusagen, den Karton aufzumachen und zu zeigen, wie viel Raum und Weite da eigentlich ist. Und ich glaube, dieser Mission bin ich irgendwie in den zehn Jahren Selbstständigkeit immer wieder nachgegangen. Zu gucken, wie kann ich Menschen helfen, dass sie stimmiger werden. Also dass das alles eben sich nicht widersprüchlich anfühlt, sondern sich für sie richtig anfühlt. Wie kann ich Ihnen helfen, Selbstwirksamkeit zu erfahren? Also weg von der Ohnmachtserfahrung mit Ich bin jetzt diese Situation ausgeliefert, hin zu. Hey, da kann ich auch einen Impuls reingeben, Da kann ich auch etwas tun, damit es mir selbst besser geht und vielleicht auch dem Ziel, dem Ziel näher komme oder wie auch immer Und. Und im letzten Punkt, der mir ganz arg wichtig ist im Leben, ist der Punkt Selbstverwirklichung. Also dass das, wonach meine Seele strebt oder was ich erreichen möchte, dass ich das in irgendeiner Form verkörpern kann. Und da am Ende des Tages ankommen und erfüllt davon bin, von meinem eigenen Leben, von meinem eigenen Sein. Und ähm, ja, weil das meine eigene Heldenreise sozusagen war in meinem Leben. Diese drei Punkte Selbstbestimmigkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstverwirklichung ist es, glaube ich, etwas, was ich so wie ein roter Faden durch alle meine Angebote dann auch zieht. Genau. Oder etwas, was immer mein innerer Kompass ist, wenn ich selber Entscheidungen treffe.
Sarah Thullner:
Würdest du denn sagen, dass es für dich eine Aufgabe oder wie soll man sagen vielleicht eine Vision und Mission ist? Menschen genau das, was es bei dir ausgewirkt hat in der Schauspielerei in dem ganzen drei Jahren Ausbildung, diesen kleinen kleinen Weg davon weiterzugeben und das zu verwirklichen, dass jeder so ein bisschen teilhaben kann an dem, was möglich ist.
Aleksandra Simic:
Definitiv. Weil dieses Bewusstsein und dieses Erleben, was ich da hatte, ich glaube, mein Leben wäre ein komplett anderes, wäre dieser Teil meiner Geschichte nicht gewesen. Und ich kam ja sehr belastet irgendwie durch meine eigenen Erfahrungen mit meinem krummen Rücken da sozusagen in diese Schauspielschule und bin da rausgelaufen wie so ein FunkEmariechen, das total gestrahlt hat. Und auch Menschen, die mich heute neu kennenlernen oder so, sagen immer, dass so eine schöne Ausstrahlung und das sind Dinge, ich glaube, da wäre ich einfach nie angekommen, weil das war so transformativ für mich persönlich. Und ich weiß, Schauspielschulen sind nicht allen zugänglich, weil die ja auch den Hintergrund haben, dass man danach eben Rollen verkörpert. Aber ich habe für mich darin ein Riesenpotenzial erkannt, dass es eben nicht darum geht, Rollen zu verkörpern, sondern eben sich selber den Raum wieder im Leben zu geben. Und ja, weil letzten Endes leben wir wahrscheinlich nur einmal. Vielleicht, vielleicht gibt es mehrere Runden, wer weiß das schon. Aber eigentlich gibt es nur dieses Heute und daraus das Beste zu machen. Und da stehen vor allem auch wir Frauen uns oft selbst im Weg.
Sarah Thullner:
Oh ja, oh ja, ich glaube da, da hast du eine große Aufgabe, die glaube ich mit wirklich sich Stimme geben Bei Frauen eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen kann. Weil wir haben es ja jetzt, glaube ich auch, weil um vielleicht unseren Zuhörern mal kurz einen Impuls zu geben woher kennen wir uns eigentlich? Wir haben uns ja auf einem Netzwerktreffen auf einem Barcamp kennengelernt und ich denke dir es genauso wie mir, weil ich dort auch das zweite Mal schon war aufgefallen, dass da ganz viele wunderbare Frauen waren, die ganz unterschiedliche Themen, Aufgaben, Berufe haben, wo aber immer noch vielleicht manchmal die Handbremse da ist, wo noch nicht ganz ihre PS auf die Straße bringen können, weil vielleicht, wie du es vorhin so schön beschrieben hast, noch irgendwelche Altlasten da sind, die vielleicht nicht ganz dazu beitragen, dass die Stimme wirklich so sein darf, wie sie gerne wäre. Und das fand ich zum Beispiel schon auch wieder beim zweiten Mal so spannend zu sehen, dass du meistens dann tiefer mit den Frauen gekommen bist, ins Gespräch, wenn du eins zu eins warst und nicht in der Gruppe. Ich weiß nicht, wie es dir damit ging, aber mir ist das wieder aufgefallen, dass die eins zu eins Gespräche viel tiefer waren als in der Gruppe. Ähm, wie ging es dir damit auch so?
Aleksandra Simic:
Ja, ich denke, wir Frauen wollen nicht zu viel sein. Also das ist etwas, was ich auch oft in meinen Kursen höre. Ähm, ja. Dass wir dann Angst haben, wir könnten jemandem was wegnehmen. Also, wenn wir jetzt uns zeigen, in unserer Tiefe oder in unserer Schönheit oder was auch immer, ähm, und das eigentlich Und das ist das Paradoxe an der ganzen Sache Wenn ich mir selber die Erlaubnis gebe, Raum einzunehmen und mich in meiner vollen Präsenz zu zeigen, ich damit im Umkehrschluss dem anderen, der anderen genau die gleiche Chance schenke, dass auch diese Person in ihre volle Präsenz kommt. Das heißt, eigentlich beschenke ich andere, wenn ich das tue und ich nehme nicht dann dadurch jemandem etwas weg also. Das Gegenteil ist. Das ist der Fall. Aber die Annahme ist eine andere. Also, wir denken an Koregulation wieder. Ähm, genau.
Sarah Thullner:
Ich finde, der Satz war gerade so wertvoll, weil. Genau das ist es. Genau das ist es. Wie er vorhin auch schon gesagt haben mit dem Spiegel. Wenn du die Nervosität hast, hast du ja das genauso. Und wenn du jemanden genau so stehen lässt, wie er ist, den Raum gibt, dem Zeit gibt, dann ist es genauso. Das Geschenk. Ich Ja, es ist so wertvoll, es ist wirklich so wertvoll. Und ja, ich glaube wir haben da auch sehr schnell gemerkt das es bei uns matcht und das das ein schöner Podcast wird und der glaube ich sehr wertvoll für Zuhörer und Hörerinnen auf beiden Seiten ist. Egal ob jetzt männlich oder weiblich. Ich glaube beide. Ähm ja dürfen dürfen mehr zu ihrer Stimme finden. Und erzähl mir noch ein bisschen. Du hast mir im Vorgespräch hat es gesagt. Du hast schon viel getan, um auch ja deiner Mission nachgehen zu können. Unter anderem warst du ja auch beim Film. Jetzt muss ich gerade auf meinem Zettel noch mal nachschauen. Vielmehr Found a Cup. Erzähl mal, was hat es denn damit auf sich, dass Was? Was? Was war das? Was? Was geht? Was ist da passiert?
Aleksandra Simic:
Ja, das ist ein Landeswettbewerb von Baden Württemberg. Von Start up BW, wo eben Frauen, die gegründet haben oder ein Gründungsvorhaben ansteht, sich darauf bewerben können und dann von der Jury ausgewählt werden oder über das Publikumsvoting dann ins Finale kommen. Und zehn Frauen stehen dann in diesem Finale und müssen innerhalb von drei Minuten. Das war jetzt dieses Jahr bei der IHK Reutlingen vor einer Jury von Frauen, die die auch schon selber wahnsinnig erfolgreich sind als Unternehmerinnen. Also zum Beispiel gibt es diese einen Gehstöcke. Da war die Gründerin davon dort oder Christine Ritter usw. Also ganz ganz tolle Frauen, die uns dann auch bestärkt haben in unserer Gründungsidee und. Und dann kriegt man diese drei Minuten, es geht der Aufzug bim auf. Man hat so ein Elevator Pitch und muss dann die anderen überzeugen von der eigenen Idee und kriegt danach noch Fragen gestellt. Und im besten Fall gewinnt man dann eines der drei Plätze. Und genau da durfte ich unter den zehn Finalistinnen dann stehen und Embodypics sozusagen Pitchen.
Sarah Thullner:
Erzähl. Was ist in Bordeaux? Was hast du da gepitcht?
Aleksandra Simic:
Im Prinzip ist aus diesen zehn Jahren Berufserfahrung und Begleitung von Menschen eine Methodik entstanden. Embody für Embodyment, Verkörperung für Expression, sinnbildlich also für den Ausdruck, die Ausdrucksvielfalt, die zu verkörpern über Körper, Stimme usw. Und im Prinzip geht es ja darum, Redeangst oder Unsicherheit zu überwinden, indem wir zum einen im ersten Schritt in die Körperwahrnehmung gehen, im zweiten Schritt dann bewusst in gewisse Zustände finden und bestimmte Emotionen erleben und im dritten Schritt dann durch Wiederholung und Übung das Ganze im Körpergedächtnis abspeichern ablegen, so dass dann eine neue Freiheit entsteht, bei egal welchem Redeanlass. Und das war im Prinzip die Gründungsidee, diese Marke, diese Methodik zu pitchen und davon eben eine Vision zu geben, wohin das Ganze wachsen soll. Genau.
Sarah Thullner:
Sei schön. Wie lange bist du denn jetzt mit Embody schon auf dem Markt?
Aleksandra Simic:
Mhm. Also ich habe dieses Jahr sozusagen die Marke angemeldet und dem Ganzen ein Branding verpasst und bin jetzt dabei, mit Grow Emarketer zusammen das Online Marketing zu starten, um ja einfach im Body soweit zu skalieren und sichtbar zu machen. Das einfach. Wenn man sich, wenn man sich wünscht, dass man die Verkörperung verändern möchte, einfach weiß. Da gehe ich zu Embody und da gibt es ganz tolle Angebote, weil die Vision ist irgendwann eine wie so eine Learning Plattform zu gründen, wo dann ganz viele andere Expertinnen aus dem Embodyment Bereich zu finden sind und den Menschen dann tolle somatische Übungen nennt man das dann mit an die Hand geben, die dann wirklich was verändern in der Psyche? Ja, auf die Gehirngesundheit sozusagen.
Sarah Thullner:
Faszinierend. Das soll aber immer live stattfinden, Oder ist das dann wie so ein Onlinekurs, wo ich selber das ganze irgendwie abarbeiten kann?
Aleksandra Simic:
Mhm, also ich wünsche mir eigentlich abgefilmte Videos von Expertinnen, die das sehr gut erklären und anleiten, so dass das auch ganz einfach umzusetzen ist für einen selbst. Das wäre so die Vision. So wie es halt auch schon andere Plattformen gibt in die Richtung wie Mind Valley zum Beispiel, die ja dann eben das Kognitive sehr im Blick haben und bei Embodypools halt eben stark um dieses körperliche Genüber den Körper mit sich in Kontakt kommen und darauf Rückschlüsse zu ziehen.
Sarah Thullner:
So dass ich auch während, wenn ich jetzt Angestellter bin, auch abends zum Beispiel die Übungen machen könnte, wenn ich dann da Zeit habe, sodass ich gar nicht irgendwie aus dem Berufsalltag rausgenommen wird, sondern einfach, dass nach meinem Zeitmanagement nachgehen kann. Habe ich dich richtig verstanden?
Aleksandra Simic:
Genau das eben das persönliche Wohlbefinden. Dafür zu sorgen, ohne diesen Druck irgendwas leisten zu müssen, sondern wirklich mit dem in Kontakt kommen mit sich darüber, dass hergestellt werden kann.
Sarah Thullner:
Sehr, sehr schön. Sehr, sehr schön. Das heißt, du hast eigentlich alles, was so möglich ist in deinem Businesskontext drin, von dem eins zu eins Coaching bis hin zu Gruppencoaching kann ich mich, glaube ich, mit allem an dich wenden oder habe ich irgendwas vergessen, was es nicht gibt?
Aleksandra Simic:
Ähm, ja, tatsächlich. Also ich arbeite viel in meinen Kursen mit Gruppen und halt eben auch mit einzelnen Menschen. Wenn es dann ums Individuellere geht, um wirklich Themen zu knacken, die einem persönlich im Weg stehen. Und ich merke, bei vielen ist es so, wenn sie diese regelmäßige Betreuung nicht haben, dann war es ein cooler Kurs und hat ihnen ganz viel gegeben. Und sie haben viele Ideen. Aber die Nachhaltigkeit des Umsetzens ja versickert dann da irgendwo in dem Alltagsstress, den man hat. Und ich kenne das von mir selber mit meinen Gesangsübungen, die ich von meiner Gesangslehrerin gekriegt habe, die dann liegen geblieben sind. Da ist es wirklich für so eine längere Reise gemeinsam. Schon gut, man begleitet einander. Und genau, dass da wirklich auch die Ergebnisse kommen, die man sich wünscht. Aber im Kurs kann man da auch ganz, ganz viel an Ansätzen schon mitnehmen. Aber tatsächlich, die Arbeit besteht aus Üben. Also es ist wirklich einzuüben, es zu tun. Alleine vom nur dran denken verändert sich halt nichts.
Sarah Thullner:
Natürlich, das ist ja der Irrglaube. Das ist aber glaube ich in allem so, also nur wenn wir allein auch nur ein Buch gelesen haben, reicht das noch lange nicht, dass ich dann Experte für XY bin. Sondern ich glaube, das Gelebte ist dann das Wichtige. Und das Verinnerlichte ist, glaube ich auch sehr, sehr wichtig. Jetzt bin ich noch ein bisschen neugierig. Wenn du jetzt auf die Bühne gehst, was passiert denn dann? Also gibt es da noch irgendwie Nervosität oder gibt es Rituale? Was? Erzähl mal, Alexandra, wenn du auf die Bühne gehst, was passiert da?
Aleksandra Simic:
Ja, also ich erlebe genauso Nervosität wie alle anderen auch. Also ich habe das jetzt auch beim Pitch vom Female Founders Cup gemerkt. Plötzlich mundtrockenheit oder irgendwie ein schlagendes Herz, was man deutlich merkt, oder nasse Hände. Also auch diese Symptome kenne ich. Aber der Unterschied ist, dass die anderen das nicht merken. Also dass ich das so gut für mich einüben kann, dass dann auch das mit der Zeit natürlich abklingt und die anderen Trotzdem. Ich bin voll im Thema, Ich bin in meiner Energie, was ich rüberbringen möchte und das kommt dann am Ende an und ich glaube, das Allerwichtigste, was mir immer geholfen hat, ist super gute Vorbereitung. Also zum Beispiel, man sagt auch im Schauspiel, der Text muss im Körper sein, nicht im Kopf. Also wir haben dann auch Schauspiel, Lernmethoden, wo wir wirklich den Text in Bewegung lernen. Schnell auf Italienisch, quasi ohne Punkt und Komma runtergerattert mit ganz viel Laufenergie, damit eben wirklich dieses Hirnen nicht passiert, sondern eben ich durch Körperaktivität trotzdem den Text greifen kann. Und sowas hilft mir natürlich enorm, weil auf der Bühne habe ich nicht die Zeit darüber nachzudenken, was mein nächster Satz ist, sondern der muss dann halt kommen und sitzen. Und als Ritual hilft mir zum Beispiel, mich warm zu machen. Also das sind auch Warmups, die ich anderen meinen Stimm Kursen beibringe oder die ich mal im Spielclub immer mal wieder auch mit den Menschen mache. Es gibt immer eine Körperübung, es gibt immer eine Atemübung, eine Zwerchfellübung, eine Stimmübung und eine Artikulationsübung. Und allein diese Übungen helfen einem, total ins Hier und ins Jetzt zu kommen. Und ja, einfach ready to rumble zu sein, damit die Bühne brennt sozusagen, und die Leute begeistert sind.
Sarah Thullner:
Wenn du an deine Selbstständigkeit denkst, gibt es einen Bereich, der dich am meisten erfüllt.
Aleksandra Simic:
Tatsächlich ist es mein Theaterspiel Club. Das ist wie so ein Stammtisch von Menschen, die sich einmal im Monat treffen für zwei Stunden. Jeden Donnerstag, also einmal an einem Donnerstag, jedes Mal. Und das ist so ein freies Format. Das heißt, es ist keine geschlossene Gruppe, sondern auch du. Wenn du willst, könntest im Januar bei dem Donnerstagstermin dabei sein. Einfach immer dann, wenn es dich ruft zu sagen Ich will mich von den angestauten Emotionen des Alltags frei spielen. Ich will wieder Raum haben, Ich will lachen. Dann ist es so der richtige Ort und. Und ich liebe das total zu sehen, wie die Menschen da einfach so viel Spaß miteinander haben. Das besteht am Anfang immer aus ner Warmup Übung, aus irgendwelchen vorbereitenden Übungen und dann im zweiten Teil wird entweder improvisiert, dass wir dann Impro Spiele machen oder irgendwas anderes. Zum Beispiel jetzt im Dezember waren die Sketche im Fokus und dann haben wir da auch sowas wie Dinner for One aufgeführt. Ja, und das war echt so herrlich. Ähm, ja und das liebe ich einfach, weil da sind sozusagen meine ganzen Lieblingskunden, die mich aus anderen Kontexten kennenlernen und dann dahin kommen. Ähm, ja, da ist einfach die Energie. Eine verrückte, wilde, lustige. Also. Ja, das ist ein cooler Ort.
Sarah Thullner:
Hattest du auch schon mal einen Fall, wo du gemerkt hast, du kommst an deine Grenzen?
Aleksandra Simic:
Persönlich in der Zusammenarbeit? Meinst du, oder? Mhm hm. Tatsächlich hatte ich das Glück, da die Sachen immer sehr organisch gewachsen sind bei mir in den zehn Jahren. Also ich habe seit zehn Jahren keine Webseite. Das hat sich alles irgendwie Mund zu Mund entwickelt, oder weil ich in Kooperation mit anderen Institutionen zusammengearbeitet habe Und dadurch haben und daran glaube ich auch ein Stück weit haben, die richtigen Menschen immer zu mir gefunden. Also irgendwie, die Energie hat dann irgendwie gematcht und ich hatte den Fall einmal, da hat mir jemand jemanden weiterempfohlen, der mich nicht so gut kennt. Aber natürlich, den Menschen kann ich super helfen bei seinem Anliegen. Aber ich habe da einfach gemerkt, dass wir von von der menschlichen Seite her. Ich kann ihm zwar helfen, aber unsere unsere Philosophie des Lebens oder irgendwie diese Offenheit und Neugierde, die ich selber mitbringe, die ich auch ein stückweit brauche von den Menschen, dass die nicht so da ist. Er kann sich da nicht so richtig, indem man was ein er fallen lassen drauf einlassen. Er ist da noch sehr zurückhaltend und vielleicht auch misstrauisch. Vielleicht hat es auch alles einen Grund, den ich gar nicht aufdecken muss. Aber da habe ich einfach gemerkt, das wird schwierig. Ähm, und ja, dann war diese Person auch einmal in meinem Kurs und dann ging das jetzt auch nicht bisher. Vielleicht kommt irgendwann der andere Moment, ging es da auch nicht weiter Und das ist dann denke ich auch okay, weil ich glaube, jeder Mensch weiß intuitiv für sich, für was er genau bereit ist, weil vielleicht würde da irgendwas aufgedeckt werden, was diesen Menschen komplett aus dem Lot bringt und er sein Leben gar nicht aufrechterhalten kann. Also man muss schon auch bereit sein, sich selbst zu begegnen und da kennt jeder sein eigenes Tempo, auf dem man dann auf das man dann vertrauen kann.
Sarah Thullner:
Sehr schöner Satz. Magst du noch etwas Besonderes von dir aus deiner Arbeit oder einer ganz privaten Impuls an die Zuhörer weitergeben. Weil leider sind wir schon so langsam am Ende unseres Podcasts angekommen. Ich könnte noch stundenlang hier zuhören. Allein deine Stimme, allein dem, was du erzählst, gibt es noch etwas, was du gerne an die Zuhörer weitergeben möchtest?
Aleksandra Simic:
Vielleicht grundsätzlich, dass jeder jede etwas auf dieser Welt bewirken kann und einen Beitrag leisten kann. Und dass wir uns dessen immer mehr auch bewusst sein dürfen, worin vielleicht dieser Beitrag liegt. Weil oft, wenn man dann in die Nachrichten guckt oder wo auch immer, hat man manchmal dieses überwältigende Gefühl Oh Gott, wie wird das jetzt alles? Ja, alles furchtbar. Aber tatsächlich hat jeder von uns einen Wirkkreis und den einfach zu aktivieren, zu nutzen und in diesem Wirkkreis so sehr zu strahlen in dem eigenen Sein, sodass wir die Welt ein Stückchen heller machen. Das ist so ein bisschen meine Vision, die ich versuche vorzuleben und die ich mir auch für meine Klientinnen, Kundinnen wünsche und vielleicht auch für die Zuhörer so mitgeben möchte, dass jeder eben was bewirken kann.
Sarah Thullner:
Was für schöne Abschlussworte. Ich danke dir von Herzen, dass du uns so tief einblicken lassen hast in deinen Berufsalltag, deinen Werdegang. Alexandra. Es war super schön, das Interview mit Dir. Und ja, in diesem Sinne kann ich nur sagen, liebe Zuhörer, schaltet auch wieder zur nächsten Folge von HappyBusiness ein. Und ja, ich glaube, wir verabschieden uns jetzt an der Stelle, oder? Alexandra. Ja, ich danke dir.
Aleksandra Simic:
Vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Hat sehr viel Spaß gemacht.
Sarah Thullner:
Bis dann. Ciao.
Aleksandra Simic:
Bis dann. Tschüss.