Happy Business
Happy Business - Der Business-Podcast mit Humor & Leichtigkeit von Sarah Thullner
Dieser Podcast soll dir einen Einblick in andere Unternehmen, in den Business-Alltag als Selbstständige und viele weiter Impulse, Tipps und Mehrwert geben.
Mein Impuls: Voneinander lernen!
Der "Einsteige" soll den "langjährigen Unternehmer" inspirieren neue Wege ins Business zeigen. Der "erfahrene Unternehmer" soll dem "Starter" Mut machen.
Das ALLES ohne Anstrengung, Erwartung und Voraussetzung.
Erfahre von steinigen Berufswegen oder ganz viel Leichtigkeit im Umgang mit manchen Aufgaben.
Im Wechsel von Solofolgen von mir, Sarah Thullner, und meinen Interviewpartnern wünsche ich Dir ganz viel Freude beim Zuhören und freue mich, wenn du ein Teil meiner Community wirst.
Du hast selbst Lust eine Folge mit mir zu machen oder mir eine Empfehlung für einen Interviewpartner?
Dann melde dich bei mir podcast@sarah-thullner.de
Gefällt dir mein Podcast?
Deine Bewertung und Worte zu meinem Podcast sind mir sehr wichtig. Mit deiner Stimme kann ich mehr Unternehmer dabei unterstützen, ihr Business und den Weg dorthin zu erzählen, also lass deine Meinung hier oder sei gerne die nächste Podcast-Stimme.
Sei herzlich gegrüßt und wir hören uns,
Sarah
Happy Business
Folge #buntesLeben // Unternehmertum, Familie & KI mit Tamara Weeber
In dieser Folge von Happy Business spreche ich mit Tamara Weeber – Unternehmerin, Dreifachmama und (wie sie es so schön beschreibt) “mit im Gepäck” als First Lady an der Seite des IHK-Präsidenten der Region Böblingen. Tamara ist Unternehmerin und leitet mit ihrem Mann die Weeber Mobilitätsgruppe und verbindet Familienleben, strategische Unternehmensentwicklung und moderne Themen wie KI, Digitalisierung und RPA (Robotic Process Automation) mit einer beeindruckenden Klarheit und Leichtigkeit.
Wir tauchen ein in Tamaras Weg: vom “Ich hatte keinen Plan” nach der Schule, über Naturwissenschaft und Umschulung bis hin zur Rolle, in der sie heute die Zukunft eines wachsenden Unternehmens mitgestaltet. Dabei wird es ehrlich, gesellschaftlich relevant und sehr praxisnah – besonders wenn es um Ausbildung, Berufung, Fachkräftemangel und die Frage geht, wie gut unser Schulsystem junge Menschen wirklich auf die Arbeitswelt vorbereitet.
Ein Gespräch über Verantwortung, Wandel, neue Arbeitsmodelle – und über ein Motto, das alles zusammenfasst: Das Leben ist bunt.
In dieser Episode sprechen wir über
- Vielseitigkeit im Alltag: Unternehmertum, Familie und Ehrenamt im Umfeld der IHK
- Tamaras berufliche Stationen: Handwerksträume, Allergien, Umwege und Neustart im Büro
- KI & Digitalisierung im Mittelstand: Automatisierung, RPA und warum 2026 anderes Arbeiten möglich macht
- Ausbildung & Berufung: Warum “nur eine Ausbildung” der falsche Satz ist
- Verantwortung im Unternehmertum: Entscheidungen für über 700 Familien
- Frauen in Männerdomänen: Warum sich Frauen oft bewusster entscheiden – und was das im Team verändert
Zitat der Folge
„Das Leben ist bunt.“ – Tamara Weeber
Tamara Weeber ist Chief Artificial Intelligence Officer und Chief of Staff bei der Weeber Mobilitätsgruppe. Nach vielen Jahren im Marketing und an der Seite der Geschäftsleitung kümmert sie sich heute darum, wie Künstliche Intelligenz im Alltag wirklich funktioniert – nicht auf dem Papier, sondern im echten Unternehmensleben. Sie arbeitet lieber mit Ideen als mit Tabellen und bringt Menschen, Technik und manchmal auch ein bisschen Chaos zusammen. Veränderung sieht sie als etwas, das man nicht perfekt plant, sondern mutig ausprobiert. Als „Roboter-Mensch-Kontakterin“ bewegt sie sich zwischen KI und Kultur – mit offenem Blick, echtem Interesse und einem Augenzwinkern.
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Schön, dass du meinem Podcast "Happy Business" hörst!
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Ich freue mich auf den Talk mit Dir,
Sarah Thullner
Happy Business - Der Business-Podcast mit Humor & Leichtigkeit
Sarah Thullner:
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Happy Business. Heute habe ich wieder eine Interviewpartnerin an meiner Seite und freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, liebe Tamara, in dein Leben einzutauchen, uns zu erzählen, wie es so ist mit so vielseitigen Titeln, nenne ich sie jetzt einfach mal als Unternehmerin, Dreifachmama, First Lady der IHK Böblingen oder Kreis Böblingen und einfach eine wundervolle, energievolle Frau, die ich bei einem Netzwerktreffen kennenlernen durfte. Liebe Tamara, das war jetzt mein Einstieg, aber ich denke, stell dich gerne nochmal selber vor unseren Zuhörern.
Tamara Weeber:
Hallo Sarah, Hallo liebe Zuhörer, ja Tamara Weber, ich habe vor vielen, vielen Jahren in ein Familienunternehmen eingeheiratet, habe da das Unternehmertum kennengelernt und schätzen gelernt. Vor allem weiß, was selbst und ständig bedeutet, dass die Firma das vierte Kind von uns ist und nicht das dritte oder das zweite, sondern es gehört einfach dazu. Es wird halt nie selbstständig, so wie unsere zwei Großen, die mittlerweile erwachsen sind. Das bleibt immer das kleine Kind, nachdem man schauen muss und habe mich da in meiner Vielseitigkeit auch austoben dürfen. Ich war im Marketing, ich war Assistent der Geschäftsleitung, kümmere mich momentan um die Themen KI und strategische Entwicklung des Unternehmens. Und nebenher bin ich dann immer noch Mama für den Hund Gassi, übernehme Termine für meinen Mann, weil er gerade bei der IHK sein Ehrenamt ausübt als Präsident in der Region Böblingen. Mich findet man ab und zu auch auf Bühnen der Welt zum Speaker oder auf Podcasts und die bereichern meinen Tag und machen ihn einfach schön bunt und lebendig. Und somit habe ich nie Alltagstrott und komme mir nie vor wie gefangen im Hamsterkäfig.
Sarah Thullner:
Das ist total schön, wenn man das sagen kann oder dass man das wirklich so leben kann und sagen kann Mein Leben ist so viel vielseitig. Das, was man auch braucht, also dass man das selber definieren kann, dass man das auch wirklich gerne lebt. Vielseitigkeit. Ich finde es total schön und man spürt es dir komplett an in deiner Stimme, in der Szene. Unsere Zuhörer nicht wie du strahlst. Und ich finde es so schön. Und genau das hast du mir auch verkörpert bei unserem Treffen in dem Netzwerk, wo wir uns kennengelernt haben, bei dem Barcamp in Böblingen. Und ich war so begeistert, weil du alles mit so einer Leichtigkeit auch verkörpert hast. Und ich glaube, das war es bestimmt nicht immer, oder? Also Leichtigkeit ist vielleicht jetzt da, Aber es ist bestimmt auch. Es gibt auch Tage, die anspruchsvoll sind, oder die.
Tamara Weeber:
Gibt es bei jedem. Also der die nicht hat, der lügt. Ja, es ist immer Arbeit. Es ist Arbeit mit sich selbst. Es ist Arbeit mit seinem Umfeld. Jede Mama weiß, was es heißt, wenn das Telefon klingelt und da steht Kindergarten oder Schule und du musst binnen Sekunden. Du weißt, bevor du dran gehst. Es ist irgendwas passiert. Du musst los. Du musst jetzt irgendwie handeln. Ähm. Das mal drei. Und ich sage es, wie es ist. Ich hatte einen oder habe ein Adrenalinjunkie Als Kind, wenn der Sportunterricht hatte, habe ich das Handy extra mit mir herumgetragen. Ich durfte dann auch mehrfach los rennen und ins Krankenhaus und solche Scherze machen. Ja, die Kinder haben einen Vater, Aber wie halt schon gehört, es ist quasi sein Familienunternehmen, Das heißt, er ist noch weniger abkömmlich. Heißt ich kriege es irgendwie hin. Er steckt in Meetings damals. Ich bin halt los und fertig. Ja, Heute sind die Kinder groß. Gott sei Dank. Sie sind selbstständig, studieren, machen eine Ausbildung. Der Jüngste geht noch zur Schule. Der ist aber weit weniger ein Adrenalinjunkie, sondern der ist sehr strukturiert und vorsichtig. Also muss ich nicht so oft los. Das ist schon mal sehr, sehr gut. Und ich habe jetzt auch Zeit für andere Themen und kann mich quasi um dieses vierte Kind kümmern und kann gucken, dass auch da in der Zukunft alles schön und gut weitergeht. Weil bei den Jungs habe ich es ja hingekriegt, dann schaffe ich das jetzt auch für das Unternehmen.
Sarah Thullner:
Wahnsinn. Können wir ein bisschen tiefer in deine Vita eintauchen? Was? Was ist denn so deine Grundlage? Woher kommst du? Was war deine Inspiration nach der Schule? Nennen wir es jetzt einfach mal.
Tamara Weeber:
Nach der Schule ging es mir, wie ich glaube, 90 % aller Schüler in Deutschland. Ich hatte keinen Plan.
Sarah Thullner:
Wie schön, dass du so ehrlich bist.
Tamara Weeber:
Macht ja auch überhaupt gar keinen Hehl draus. Weil es ist einfach so die Berufswelt ist so bunt und vielseitig und du kennst halt irgendwie das, was Mama und Papa machen. Vielleicht noch Oma, Opa und Onkel und dann ist Ende Gelände. Ja, ähm, ich wollte unbedingt. Und das war mein Herzenswunsch und Anliegen eigentlich Medizin studieren. Ich war aber zu faul. Ich habe nicht gelernt. Ich hatte einfach schlechte Noten in der Schule. Und ich hatte keinen Bock zu lernen. Ja, also insofern. Ich habe mit vier Jahren meinem Teddybär den Bauch aufgeschlitzt und den Blinddarm rausgenommen und solche Scherze. Also ich wäre bestimmt eine sehr, sehr gute Ärztin geworden, aber das System wollte das nicht. Dann hat.
Sarah Thullner:
Mir, auf dass du dich spezialisieren wolltest oder.
Tamara Weeber:
Tierärztin oder Tier KuscheltierÄrztin oder.
Sarah Thullner:
Ärztin. Super. Sehr, sehr schön.
Tamara Weeber:
Ähm, als Pubertierende habe ich dann meine Liebe zum Handwerk entdeckt und wollte dann Schreiner werden.
Sarah Thullner:
Oh, wow.
Tamara Weeber:
Okay, sehr schön. Ich liebe es, wenn du am Abend siehst, was du geschaffen hast. Also Papier von links nach rechts ist jetzt nicht so befriedigend wie das nachher mal ein Tisch oder ein Schrank. Habe dann noch mehrere Praktikas gemacht, was ich jedem empfehle, der nicht weiß was er machen möchte. Praktikas. Man weiß hinterher ja, das ist meins oder nie wieder.
Sarah Thullner:
Ja, in der Praxis ist entscheidend Die Praxis ist entscheidend. Wenn man wirklich an dem Ganzen dran ist. Kann ich nur bestätigen. Ging mir genauso. Ja, genau.
Tamara Weeber:
Und dann hatte ich mich also in diesen Schreinerberuf verliebt und das ging gut bis zum Dritten Praktikum. Dann hatte ich einen Asthmaanfall und dann war quasi auch dieser Traum geplatzt, denn der Staub und meine Lunge fühlten sich irgendwie nicht so gut zusammen.
Sarah Thullner:
Oh nein. Okay.
Tamara Weeber:
Dann war ich also total deprimiert, weil eigentlich war der Ausbildungsplatz in diesem Betrieb, wo ich mein Praktikum gemacht habe, auch schon sicher.
Sarah Thullner:
Hm.
Tamara Weeber:
Also wir fangen von vorne an, man hat dann natürlich durch den Asthmaanfall erstmal einen Allergietest gemacht. Damit war der zweite Traumberuf, den ich damals dann so entwickelt hatte, nämlich Floristin, auch gegessen, weil mit Heuschnupfen ist Florist ungefähr genauso gut wie mit Asthma als Schreiner. Also wir sehen Ich und Handwerk. Wir waren dann irgendwie nicht mehr ganz so happy und ich muss sagen, eine Lanze für meinen Chemielehrer muss ich brechen. Er hat damals gesagt Tamara, reiß dich mal zusammen, überlegt, was du gut kannst.
Sarah Thullner:
Oh wow, Das.
Tamara Weeber:
War leider Chemie. Ich hatte in Chemie eine Eins in Deutsch, Mathe. Englisch war ich nicht so gut wie in Chemie, Bio und Physik. Aber wie auch immer. Und er meinte dann nur es gibt eine Schule in Stuttgart, da kann man chemisch technische Assistentin lernen und die haben Tag der offenen Tür. Und er hat meiner Mutter geschrieben diesmal mit mir da mal hingehen.
Sarah Thullner:
Ist das hier in Feuerbach?
Tamara Weeber:
Nein, in Feuerbach hat mich leider nicht genommen. Ich war auf der privaten, im Stuttgarter Westen.
Sarah Thullner:
Schön.
Tamara Weeber:
Und habe dann die Ausbildung zur chemisch technischen Assistentin gemacht. Kommen also aus einem naturwissenschaftlichen Bereich, wo Frauen zwar vorhanden sind, aber auch noch nicht ganz so damals waren, kannte also auch diese Männerwelt. Damals schon. Bis mich eben die Allergien eingeholt haben und ich mit einer Multi Chemikalienallergie damals in einer Farbmetrik stand. Also ich habe die Farbwerte ausgelesen für Bodenanstriche und Wandfarben und musste dann halt meinen Beruf an den Nagel hängen. Wurde vom Arbeitgeber versetzt in die Logistik und musste mich dann mit der Bürotätigkeit anfreunden, wo ich nicht hinwollte. Das war für mich die Hölle auf Erden. Es war. Es war irgendwie nicht meine Welt.
Sarah Thullner:
Kann ich mir vorstellen. Kein Ergebnis gesehen, wie du es vorhin so schön gesagt hast. Papier von links nach rechts.
Tamara Weeber:
Kreativ. Es war strukturiertes, stupides Abarbeiten, überhaupt nicht meins. Und habe dann hinterher auch eine Umschulung gemacht, damit man in Deutschland ja ein Zertifikat hat. Weil ich musste auch schweren feststellen als ungelernte Kraft ist man auf dem Sozialplan, unverheiratet, ohne Kinder, ganz oben bei den Entlassungen.
Sarah Thullner:
Oh, okay.
Tamara Weeber:
Dann folgten eben die Ausbildung zur Bürokauffrau. Und in dieser ich sag mal turbulenten Phase ist mir mein Freund damals jetzt Mann über den Weg gelaufen. Ist schön und hat mir dann erklärt, das Büro gar nicht so schlimm ist und da gibt es abwechslungsreiche Momente und ich solle mich nicht so anstellen. Und da gibt es auch schöne Dinge im Leben. Und dann habe ich also die Bürokauffrau Umschulung hinter mich gebracht. Ähm, bin nebenher das erste Mal Mutter geworden.
Sarah Thullner:
Nebenher auch so.
Tamara Weeber:
Aufgeben kann man immer. War damals die Devise. Und zwei Tage bevor ich wieder in die Schule musste zur Umschulung, hatte ich da eine Tagesmutter für unseren Sohn.
Sarah Thullner:
Ach Gott, herausfordernd ja.
Tamara Weeber:
Damals nicht einfach gewesen und es ist heute immer noch nicht einfach. Leider. Habe die Umschulung fertig gemacht, bin dann ins Unternehmen mit eingestiegen, habe mich da dann um die schöne bunte Welt gekümmert, nämlich das Marketing und habe dann festgestellt Büro ist doch auch kreativ. Es ist nicht nur Buchhaltung soll an haben, sondern es gibt auch andere Bereiche, wo man sich ein bisschen austoben kann.
Sarah Thullner:
Total schön.
Tamara Weeber:
Genau. Und dann kam schon auch Kind Nummer zwei.
Sarah Thullner:
Warum magst du unseren Zuhörern, die vielleicht aus dem Umkreis Böblingen kommen? Ich meine, ihr seid ja nicht im Umkreis. Jetzt muss ich mal korrekt sagen nicht mehr Umkreis bekannt, sondern wirklich sehr weit bekannt. Vielleicht mal sagen, zu welchem Bereich unternehmerisch du dazu gehörst.
Tamara Weeber:
Ja, also Eingeheiratet habe ich in ein damals kleines schnuckeliges Familienunternehmen, nämlich das Autohaus Weber, das in den letzten Jahrzehnten muss ich ja schon fast sagen zur Webermobilitätsgruppe angewachsen ist. Wir haben mehrere Autohäuser, wir haben Motorradhäuser, wir haben eine E Bike Manufaktur in Calw mit Wald Bike und wir haben einen Fuhrpark. Managementgesellschaft sind hauptsächlich in und um die Region Stuttgart, sprich Ecke Böblingen Calw, zu finden. Aber mittlerweile findet man uns auch in München in der Motorworld. Man findet uns die A 81 runter, auch in Villingen, Schwenningen und ab dem Frühjahr auch in wunderschönen Hegau am Bodensee noch mit einer Motorraddependance. Also von daher Ja, nicht nur unsere Kinder sind gewachsen, sondern auch das Unternehmen.
Sarah Thullner:
Und zwar sehr groß, sehr, sehr groß. Wie war das für dich? Du hast dann erkannt okay, Büro kann auch kreativ sein und der Bereich Marketing hat dir dann, so wie es klang, sehr, sehr gut gefallen. Wie ging es denn dann weiter? Weil ich meine, du warst schon Mutter von zwei Kindern. Dann haben wir gesagt, dann kam noch ein drittes dazu. Erzähl mal, wie ging das dann weiter?
Tamara Weeber:
Ja, also zwischen zwei und drei war ein bisschen eine längere Pause, denn mein Mann hat das Unternehmen von seinem Vater und seinem Onkel übernommen. Dann war natürlich da ganz viel Fokus drauf und auch Zeit. Also wir wissen alle, Kinder sind ein Faktor, der ist einfach zeitlich.
Sarah Thullner:
Natürlich.
Tamara Weeber:
Beschreibbar.
Sarah Thullner:
Natürlich.
Tamara Weeber:
Und wenn sie klein sind, natürlich noch viel, viel mehr. Ich blieb im Marketing noch eine ganze Zeit in unterschiedlichen Positionen, auch mal als Marketingleitung, bin dann aber in die Assistenz der Geschäftsleitung gerutscht, um festzustellen, dass Protokolle total unkreativ sind.
Sarah Thullner:
Und das zehnte einfach dann auch wirklich keinen Spaß mehr macht, oder?
Tamara Weeber:
Nein. Und dass das einfach auch da Bereiche gibt, die so ähnlich sind wie beim Hausputz. Es gibt einfach Dinge, die macht man nicht gerne. Aber die müssen gemacht werden. Ich sage mal so Zu Hause ist es das Bad putzen. Im Büro ist es halt das Protokoll. Schreiben oder die Ablage machen solche Sachen. Aber sie gehören dazu. Und letzten Endes schadet es aber auch mal nicht. Sich da durchzubeissen und zu sagen ja, das Leben ist halt kein Schlotzer, wie das so schön heisst im Schwäbischen, aber das geht ja. Und aus der Assistenz bin ich dann zurück ins Marketing teilweise wieder gegangen, habe aber auch die Personalstelle bei uns mal besetzt für zwei Jahre, habe dann bin immer noch Teilzeit Personalerin, wie ich das so schön nenne, weil unsere Personalreferentin auch Mutter eben nicht in Vollzeit zurückkam. Und jetzt teilen wir uns das so ein bisschen auf. Alles Kreative, Bunte, darf ich da weitermachen? Und alles, was schön strukturiert sein soll, das liegt mir mehr. Und insofern kommen wir uns da auch nicht ins Gehege.
Sarah Thullner:
Wahnsinn! Das ist doch schön, wenn man sich so ergänzen kann, oder? Weil man seine Kompetenzen da einbringen darf, wo sie wirklich wachsen und gut sind. Und dass jemand anderes das dann noch ergänzt. Das ist ja wirklich best case.
Tamara Weeber:
Man muss sich halt seine Stärken und seine Schwächen eingestehen. Und meine Schwäche ist definitiv irgendwas Strukturiertes, immer Wiederkehrendes. Da bin ich einfach nicht gemacht dafür. Und da kommen wir dann zu meinen heutigen Aufgaben. Ich bin jetzt im Bereich Chief of Staff unterwegs, das heißt, ich kümmere mich um die Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens und nicht mehr nur der Personalfunktion, sondern eben Wie geht es mit uns weiter? Können wir uns das leisten, dass wir jetzt beschließen, an Bodensee zu gehen? Ja oder nein? Diese diese Thematiken sind mit unter anderem auf meinem Schreibtisch verankert, aber auch im gleichen Zug. Die Sache mit der Digitalisierung. Also ich arbeite eng mit meinem Kollegen aus dem Projektmanagement zusammen, der sich um das Thema Digitalisierung bei uns im Haus kümmert. Er hat auch die Robotikabteilung unter sich. Das heißt, wir arbeiten mit RPA, also Robotic Process Automation bei uns, um Menschen wie mir das Arbeiten leichter zu machen. Dann nehme ich die Roboter, übernehmen diese wiederkehrenden, stupiden Dinge, auf die wir einfach gar keinen Bock mehr haben, wie 27 mal die Adressdaten eines Kunden einzutragen in Programme. Das ist einfach langweilig und es möchte keiner mehr. Und dass man das vielleicht 1800 irgendwann handschriftlich machen musste und 1900 dann halt getippt hat. Das ist alles schön und gut, aber wir haben 2026, da muss das gar keiner mehr machen. Das kann der Roboter dann KI auslesen und eintragen und gut ist. Und so befinde ich mich eben in dieser wunderschönen Spielwelt jetzt, was das Thema KI angeht und habe da gerade auch ein Projekt angefangen, das KI und Marketing wieder verbindet. Und insofern schließt sich der Kreis.
Sarah Thullner:
Total schön, total schön. Tamara, lass uns da vielleicht noch mal weiter gehen in dieses Thema. KI Wie Wie fühlt sich das für dich an? Ich meine, du hast drei Kinder, die wahrscheinlich auch permanent Berührung damit haben. Wie ist da so das Thema? Oder auch nicht? Weil du jetzt gerade. Ich habe deinen Augen angesehen. Vielleicht auch nicht. Ja, das ist genau gerade so die Thematik, die wir ja so haben, ist die Jugend. Wächst die wirklich so rein, wie wir es uns wünschen? Oder merkst du gerade auch aus unternehmerischer Sicht, wir haben da noch ganz viel Aufholbedarf.
Tamara Weeber:
Also Aufholbedarf haben wir. Wir sprechen von Digital Natives. Diese Gänsehaut soll Digital Natives sein. Ich sage es mal so Die können Apps bedienen, die können Touchscreen bedienen, die können aber weder zehn Finger System noch Word, noch Excel noch MS Office Pakete irgendwie bearbeiten. Und ich bete, dass irgendwann mal ein fähige Kraft im Kultusministerium beschließt, diese Kompetenzen in den Schulalltag mit zu integrieren. Denn das ist das, was unsere Kinder zukünftig brauchen. Andere Länder Skandinavien, Asien, USA haben AIUnterricht an den Schulen. Die Kinder lernen ihre eigenen KIs zu bauen, damit umzugehen, diese auch bewerten zu können. Und wir verteufeln auf Teufel komm raus alles Neue, alles Digitale. Wir erklären jedem, wie schädlich es ist. Dass es uns auch weiterbringt und hilft, ist irrelevant. Wir haben Fachkräftemangel. Es sind einfach viel, viel weniger Kinder geboren worden in den letzten Jahren und es werden immer weiter weniger geboren. Aber der Arbeitsaufwand.
Sarah Thullner:
Wird immer.
Tamara Weeber:
Der gleiche.
Sarah Thullner:
Oder mehr. Ja.
Tamara Weeber:
Ja, dann kommt dazu, dass wir immer weniger arbeiten möchten. Wir möchten eine vier Tage Woche, am besten nur noch 30 bis 25 Stunden. Nicht mehr wie früher. Wo samstags der Arbeitstag noch war. Anfang des 19. Jahrhunderts. Und jetzt dann der Samstag frei ist? Nein, das möchte man nicht mehr. Man möchte immer weniger. Aber der Lifestyle soll gleich bleiben. Das kann nicht funktionieren. Also diese Diskrepanz müssen wir ausgleichen. Und da sehe ich eine Chance für das Thema KI.
Sarah Thullner:
Schön.
Tamara Weeber:
Ich wäre auch dafür, dass wir ab der sechsten Klasse zehn Finger System im Schulsystem unterbringen und ein oder zwei Aufsätze im Jahr einfach mal getippt werden, dass Excel integriert wird, auch wenn das sterben wird. Wie viele Kollegen von mir sagen, dass eine Powerpoint gemacht wird und nicht mehr nur bunte Tonkartons. Und jetzt kommt das schlimmste Übel für meine Kinder Zeitungen mit in die Schule gebracht werden müssen, um Bilder auszuschneiden, damit man die dann aufkleben kann. Es ist in einer digitalen Familie einfach Irrsinn. Ja, genau. Ich saß dann da und habe Bilder ausgedruckt, damit sie mein Kind ausschneiden kann, damit sie das dann aufkleben kann.
Sarah Thullner:
Wow, da muss ich ganz kurz innehalten. Das ist ja grandios, oder? Also das ist ja, das fühlt sich ja wie 18. Jahrhundert irgendwie für dich an, oder?
Tamara Weeber:
Na ja, also der Unterricht hat sich gegenüber zu meinem in den Achtzigern nicht geändert.
Sarah Thullner:
Es ist der Wahnsinn. Das ist ja wirklich erschreckend. Also das muss ja für dich eine absolute Diskrepanz innerlich sein, weil modern, digital im Unternehmerischen. Und dann wirst du privat nenne ich jetzt einfach mal familiär so zurückgeschmissen und musst dann wieder Schritte mitgehen, die ja überhaupt gar nicht in deinem Konzept mehr vorhanden sind. Das ist ja okay. Da kann ich nur den Kopf schütteln und bin sehr erschrocken über diese Tatsache. Wow. Okay.
Tamara Weeber:
Also ich weiß nicht, wie viele Familien noch eine Zeitung haben, also eine Tageszeitung, die wenigstens in unserem Freundeskreis eigentlich so gut wie keiner mehr. Ja, meine Eltern haben noch eine, aber es ist auch eher der Generation, die das haben. Aber es liest sich viel geschickter in der S Bahn, im Bus, auf dem Tablet. Man muss nicht mehr diese Riesenzeitungswälzer öffnen und schließen. Schon allein das Format macht mich irre. Sorry an alle Zeitungsdruckereien der Welt, aber es ist einfach ein bescheuertes Format. Es tut mir leid. Ja und ja. Aufkleben auf Papier ist halt das Mittel der Wahl in der Schule. Ich. Ich weiß es nicht. Ja, es gibt Powerpoint. Es gibt Präsi. Es gibt keine Ahnung. 100.000 verschiedene Varianten, was digital zu machen ist in der Schule aber nicht ganz so gang und gäbe. Und dann kommen die Azubis zu uns und betreten quasi einen völlig fremden Planeten, weil ausgedruckt wird so gut wie nichts mehr. Es ist alles digital. Ähm, ja, das ist manchmal so der schwerste Stepp die abzuholen, obwohl sie Digital Natives sind. Also laut Gesellschaft, ja.
Sarah Thullner:
Laut Gesellschaft werden sie so betitelt, aber kommen in eine Welt, die sie gar nicht kennen. Und ich glaube aber, dass du da eine wunderschöne Rolle als Vermittlerin mitgebracht hast und wahrscheinlich euch unternehmerisch dadurch auch mehr festigen konnte, dass das sich gar nicht so fremd anfühlt, sondern vielleicht auch wirklich eine Möglichkeit mitgebracht hast, um das besser darzustellen und auch diese dieses Verständnis vielleicht auch auf eine ganz andere Ebene bringen kannst. Oder? Wie fühlt es sich für dich an?
Tamara Weeber:
Ja, es gibt diese Buzzwords Change Management und man muss die Menschen frühzeitig mitnehmen. Die hört man und fühlt man gefühlt überall. Aber ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Ich versuche es bei uns frühzeitig zu machen. Und ich sage es mal so Ich habe zu Hause meinen kleinen Change Manager Profi, der mein innerliches Gemütszustände manchmal echt durcheinanderbringt. Einer unserer Söhne ist Autist und das heißt, dieses frühzeitig mitnehmen hat mir gezeigt Frühzeitig heißt nicht, wenn wir beschlossen haben, nach Italien in Urlaub zu fahren und nicht wie die letzten Jahre in die Schweiz, sondern frühzeitig heißt in dem Moment, wo wir darüber reden, ihm zu erklären Pass mal auf, es gibt ein Novum, wir machen mal was anderes. Wir können aber trotzdem das und das beibehalten. Und das versuche ich eben, was mir das private Leben gelehrt hat, im Geschäft einzubinden. Denn nicht jeder findet Neues toll. Ja, ich sage mal so jeder, der schon mal probiert hat, vier Wochen lang mit der anderen Hand Zähne zu putzen, weiß was Neues heißt. Es ist nämlich verdammt anstrengend. Es braucht unheimlich Energie. Leider kann man damit nicht abnehmen, sonst würde ich das glaube ich öfters machen. Aber es ist wirklich ein Energiefresser und deswegen ist es evolutionär so eingeführt, dass der innere Schweinehund sagt Boah, Neues! Echt jetzt? Das ging doch bisher auch immer. Haben wir doch immer so gemacht. Warum dieser Aufwand?
Sarah Thullner:
Wieso das? Spannend, dass du das jetzt gerade mit der Zahnbürste sagst. Das habe ich nämlich im letzten Podcast in der Solo Folge auch gesagt, dass so ein Perspektivwechsel, indem man mal versucht mit der linken Hand die Zähne zu putzen, auch manchmal echt inspirierend oder auch frustrierend sein kann, je nachdem wie es funktioniert oder nicht funktioniert. Und das ist wirklich so, es ist wirklich so und ich finde es total spannend, dass du uns jetzt da auch noch mal mitnimmst. Autismus ist natürlich auch noch mal eine ganz, ganz andere Voraussetzungen für Lebensalltaggestaltung und auch für das, wie es dann privat bei euch aussah. Und das ist natürlich nochmal herausfordernder. Und da würde ich jetzt behaupten, wenn du sagst, man musste ihn schon auf jedem Weg mitnehmen, der gerade kurz begonnen hat, noch nicht mal vielleicht durchdacht war, aber vielleicht schon begonnen hat. Das ist, ähm. Wow. Also an der Stelle ja. Hochachtung, weil das wirklich mit drei Kindern und unternehmerisch alles hinzubekommen, ist schon eine Leistung. Wirklich? Weil es sind ja ganz individuelle Bedürfnisse, die man da eingehen darf. Ja.
Tamara Weeber:
Ja. Wobei, man wächst auch da mit seinen Aufgaben. Man liest sich ein und man macht komischerweise auch als Mutter und auch als Geschwister und als Vater intuitiv relativ viel richtig.
Sarah Thullner:
Ja.
Tamara Weeber:
Also die Diagnose steht noch nicht so lange, aber das Gefühl, dass da was nicht nach STANDARD läuft oder normal ist oder wie man das auch immer betiteln mag, das gab es ja schon lang und viele haben immer gegrinst, wenn ich gesagt habe in den Ferien, wir müssen in die Schule fahren. Aber wir sind halt den Weg ins neue Klassenzimmer gelaufen. Wir haben nach dem Hausmeister geguckt oder nach einer Lehrkraft, die halt in den letzten zwei Ferienwochen schon da war und haben uns das Klassenzimmer aufschließen lassen. Er hat sich schon seinen Platz aussuchen dürfen. Also das sind die Dinge, wo ich sage wann ist frühzeitig am ersten Schultag oder bereits in den Ferien oder noch vor den Ferien den neuen Lehrer kennenlernen? Und da sind halt solche Geschichten, da hat mir das Leben gezeigt, Es ist nicht für jeden gleich früh früh.
Sarah Thullner:
Ja und und Herausforderungen sind nicht gleichgestellt und nicht jeder Mensch, wie du sagst, kann Herausforderungen sofort annehmen und braucht eigentlich die Vorinformation schon bevor eine Herausforderung bekommt und schon den Weg davor. So was ist das Ziel? Warum, weshalb und wirklich und warum? Ja und wie können wir das machen? Und das ist sehr, sehr spannend, sehr, sehr spannend. Wenn ich da jetzt noch mal ein bisschen tiefer gehen darf. Was hast du so viel unternehmerisch erzählt? Ähm, wer ist denn Tamara?
Tamara Weeber:
Tamara ist eine vermeintliche Powerfrau, Die irgendwie alles rockt, alles hinkriegt. Und wenn keiner mehr weiter weiß, kann man bei ihr anrufen. Sie weiß dann Rat. Meistens für sich selber, nicht aber für andere. Sie braucht Vielseitigkeit, aber sie braucht auch Ruhe. Ähm, hasst Menschenmassen. Also man wird mich seltenst auf einem Weihnachtsmarkt finden oder auf irgendwelchen Festplatten.
Sarah Thullner:
Im Großkonzert.
Tamara Weeber:
Statt nur dabei Großkonzert. Ich liebe Musik, aber ich hasse Konzerte. Also wenn ich ein privates Konzert haben kann oder eine königliche Loge, wo Ihre Königliche Hoheit Tamara drin sitzt und ihre Ruhe hat und keiner neben ihr rumhüpft und schreit, dann ist es auch super. Aber es gibt halt einfach viel zu selten.
Sarah Thullner:
Ja.
Tamara Weeber:
Deswegen eher halt keine Konzerte. Hin und wieder mache ich das mal, aber das ist dann so eins irgendwie in allen zehn Jahren. Und ansonsten bin ich ein Familienmensch. Also, das ist was? Ich komme aus einer familiären Familie. Da ist halt mal so ein STANDARD Geburtstag. Saßen halt mal 30 bis 40 Mann am Tisch.
Sarah Thullner:
Großfamilie.
Tamara Weeber:
Das ist dann Großfamilie. Ja, aber auch schön.
Sarah Thullner:
Ja, absolut.
Tamara Weeber:
Ähm, deswegen ist Familie für mich schon schon sehr, sehr wichtig. Trotz Arbeit, trotz Unternehmen. Und vielleicht habe ich deswegen auch immer dieses Gefühl, dass die. Dass das Unternehmen halt auch ein zusätzliches Kind ist, weil es gehört für uns genauso dazu.
Sarah Thullner:
Ja darf genauso sich verändern, darf genauso wachsen, darf genauso seine Herausforderung haben und darf.
Tamara Weeber:
Genauso unsere Aufmerksamkeit haben. Darf auch mal ein Wochenende von uns mit vollem Konzentration bekommen, wie die anderen auch.
Sarah Thullner:
Ja, schön, total schön. Ja, wenn man so Unternehmertum sehen darf, ist es doch auch ein Geschenk, oder?
Tamara Weeber:
Ja, also viele sehen halt auch nur die eine Seite vom Unternehmertum. Die sehen, wir können tun und lassen, was wir wollen, Wir können anfangen, wann wir wollen, Wir können aufhören, wann wir wollen. Ja, viele sehen aber halt nicht, dass wir gefühlt jedes Wochenende da sitzen und Zeit und Muße da rein investieren. Dass wir nach Feierabend, wenn andere abschalten können, gedanklich einfach immer noch irgendwo drinhängen, dass wir uns Ja. Also manchmal liege ich auch im Bett und kann nicht abschalten, weil ich mir Gedanken über irgendwelche Themen machen muss. Es ist einfach ein Selbst und ständig oder 24 sieben. Das gehört zum Unternehmertum genauso dazu. Und man muss sich einfach auch denken an alle, die selbstständig werden wollen oder sich in ein Startup verlieben oder wie auch immer. Ja, ihr seid für euch verantwortlich und in dem Moment, wo ihr Mitarbeitende habt, ist jede Entscheidung, die ihr trefft, nicht eine Entscheidung, die man für sich selber trifft, sondern wir treffen jede Entscheidung in der Zwischenzeit für über 700 Familien. Jede Entscheidung, die wir treffen, ob es Weihnachtsgeld, ob es Urlaubsgeld, ob es Gehaltserhöhungen, ob es ein neues Beleuchtungskonzept, ob es ein Nachhaltigkeitskonzept für das Gebäude gibt, ob wir eine Solaranlage darauf machen oder nicht, ob wir es uns leisten können oder nicht, ob wir einen Sinn dahinter sehen oder nicht. Das ist keine Entscheidung, die wir für uns treffen, sondern es ist eine Entscheidung. Die treffen wir mittlerweile für über 700 Familien. Die müssen das mit uns tragen.
Sarah Thullner:
Wow.
Tamara Weeber:
Das muss man sich bewusst machen. Das ist Unternehmertum.
Sarah Thullner:
Absolut, absolut. Und das ist ein ganz, ganz entscheidender Satz, der du gerade den du gerade sagst, weil das ist wirklich so, das ist nicht mehr. Es ist nicht mehr eure Familie. Es ist nicht mehr nur ein kleines Unternehmen, sondern es ist eine große, große Aufgabe. Und die Bedarfs bewußtsein, die daraus wirklich Respekt für alles in Form von Ja jeglicher Überlegung, jeglichem Riskmanagement, jeglichem Change Management, allem was da mit dranhängt. Absolut Wahnsinn. Wow. Ja, was? Das ist nämlich jetzt so spannend, weil du hast nämlich so klein angefangen im Gespräch. Ja, du Familienunternehmen und so und jetzt hört man die Zahl mit 700 und ich denke, auch den Zuhörern wird es gerade so gehen. So? Äh. Hä? Kurzes Schlucken. Ja, 700 Familien ist eine Aufgabe. Es ist wirklich eine Aufgabe. Und daher bin ich immer noch so begeistert. Und voll. Voller, voller. Ja, Dein Leuchten und deine Leichtigkeit, so zu sehen in deinem Reden, Das finde ich so, so schön. Und woher holst du das? Tamara, Gibt es etwas, was dich inspiriert? Gibt es etwas, was, was du brauchst, damit du diese, diese Leichtigkeit, dieses Strahlen, dieses Ja so ausleben kannst?
Tamara Weeber:
Also es klingt jetzt gerade wieder komisch, aber man muss auch mal auf seinen Körper hören.
Sarah Thullner:
Mhm.
Tamara Weeber:
Ja. Wenn ich müde bin, bin ich müde.
Sarah Thullner:
Ja.
Tamara Weeber:
Und wenn es mir die Zeit erlaubt? Dann gibt es halt auch mal einen Powernap. Oder man geht halt auch mal um 20:30 ins Bett. Tut mir leid. Deutschland ist halt mit mir nichts mehr anzufangen. Mein Tag beginnt morgens um fünf. Ich finde, da ist es legitim, dass man ab und zu auch mal um 8:30 im Bett liegt.
Sarah Thullner:
Natürlich.
Tamara Weeber:
Das ist. Das ist schon mal der. Die Regelmäßigkeit und Kraft zu haben für den Tag. Dann gibt es natürlich die Auszeiten, die sind. Die sind mir sehr, sehr wichtig. Und als Dreifachmama habe ich irgendwann mal beschlossen, ich brauche mehr Urlaub als andere. Wie soll ich denn sonst diese Betreuungslücke Ferien also auch so ein bisschen in Deutschland abdecken? Ja, der normale Arbeitgeber oder Arbeitnehmer hat irgendwas zwischen 24 und 30 Arbeitstagen. Unsere Kinder haben. Achtung, Achtung, 72 bis 90 schulfreie Tage. Das ist.
Sarah Thullner:
Echt heftig.
Tamara Weeber:
Das funktioniert nicht. Ja, das ist mir dann wichtig. Dann nehme ich mir auch die Zeit für die Kinder oder habe sie mir genommen. Jetzt ist es ja nur noch eins, das in die Schule geht. Dann brauche ich meine Ruhepausen. Dann gibt es mal ein verlängertes Wochenende oder auch mal nur einen schönen Abend zu Hause. Ganz entspannt. Ob jetzt vor dem Fernseher oder hinter dem Buch, das ist dann mal primär egal. Aber da passiert halt wirklich nichts. Nichts Großartiges, weil das Hirn braucht einfach mal Pause.
Sarah Thullner:
Ja, absolut.
Tamara Weeber:
Ich gehe in Sport. Ich gönne mir einmal die Woche mittlerweile Pilates.
Sarah Thullner:
Oh schön.
Tamara Weeber:
Zweimal die Woche ist gerade irgendwie nicht so drin. Es wäre aber mal wieder ein Ziel ab 2026 Hat ja noch ein paar Monate.
Sarah Thullner:
Absolut. Und es gibt immer einen guten Zeitpunkt zum Starten. Es muss nicht der 1. 01. sein.
Tamara Weeber:
Und ansonsten gehen wir als Familie gerne Skifahren. Mein Mann und ich gehen mittlerweile auch gerne wandern. Das ist auch was, was ich lernen musste, dass Wandern schön sein kann und nicht nur anstrengend. Aber da ist auch das Man muss sein Tempo finden und dann wird es komischerweise schön.
Sarah Thullner:
Ja, ja, und man darf auch, glaube ich, immer mal wieder neu entdecken. Also das, was vielleicht sich vor 20 Jahren schlecht angefühlt hat, wie du jetzt gerade gesagt hast. Wandern war vielleicht damals anstrengend, darf sich jetzt aber vielleicht auch wieder als neue Inspiration anfühlen und dann doch wieder schön sein und vielleicht einem auch wirklich körperlich und seelisch gut tun. Ja.
Tamara Weeber:
Wenn du einen Sack Flöhe nebenher hüten musst, das Wandern echt anstrengend. Jetzt laufen wir halt zu zweit und mit dem Hund und du kannst das Hirn aushängen. Jeder läuft sein Tempo, man wartet aufeinander, man macht eine Vesperpause und dann ist es wirklich Energie gebend und nichtverbrauchend. Ja, ansonsten. Ich liebe Wasser. Man findet mich im und am Wasser, manchmal auch auf dem Wasser im Sommer. Das ist so mein, mein Kraft und Ruheort. Ich bin gerne am See, am Meer, am Fluss, je nachdem das ist, was da kommt für mich Energie. Das kann ich, da kann ich meine Batterien füllen. Das ist einfach schön. Und ich freue mich jetzt auch schon wieder auf den Sommer, obwohl ich Skifahren mag und ich einfach am See sitzen kann und ein schönes Buch lesen und dann mal wieder zum Schwimmen oder auf See kann. Und das. Da freue ich mich schon drauf, wenn es dann August ist und der Urlaub ruft.
Sarah Thullner:
Welche Bücher inspirieren dich oder was liest du gerne anschaue.
Tamara Weeber:
Ich bin ein absoluter Krimifan, habe da seit ein paar Jahren einen Schweizer Autor, den ich sehr, sehr liebe und dessen Bücher ich mag. Und ich habe es mal geschafft, dass ich alle Bücher gelesen hatte und gehofft habe, dass er bald ein neues schreibt. In der Zwischenzeit schreibt er wieder mehr, als ich lesen kann. Das ist gut für mich, weil die liegen dann immer da und warten auf mich. Ich bin absoluter Fan von Philipp Gurt. Er schreibt Krimis in Graubünden, was auch unsere zweite Heimat ist. Und es ist dann einfach schön, wenn man dann über die Gegend lesen kann und sich dann hineinversetzen kann, auch wenn man halt hier in der Nähe von Stuttgart sitzt und weiß genau, welchen Wanderweg er jetzt gerade meint und welche Straße er gerade fährt. Das ist einfach schön. Da kann man so ein bisschen im Kopf mitgehen, driften.
Sarah Thullner:
Sich so richtig das visuell aufbauen, das ist, glaube ich, auch.
Tamara Weeber:
Ansonsten ja, natürlich liest man oder frau auch Fachbücher. Gerade im Bereich KI aber die Bücher geschrieben sind, sind sie eigentlich schon alt. Da bin ich mittlerweile eher auf Podcasts umgestiegen, weil die kann man sich einfach häppchenweise aktuell reinziehen und dann ist gut.
Sarah Thullner:
Und bricht auch nicht ab. Mir ist das jetzt schon ein paar Mal passiert, dass ich wirklich ein Buch, einfach weil es dann doch nicht die Zeit gerade war, dreimal weglegen musste, weil man einfach nicht dranbleiben konnte und dann ist das wirklich schwierig. Dann ist es echt schwierig, wenn man dann wieder irgendwie gefühlt zehn Seiten zurückgeht und noch mal sich wieder reinzuarbeiten. Und das, das glaube ich dann herausfordernd. Was ich so spannend finde Du bist ja wirklich in einer Männerdomäne unterwegs. Autohaus ist ja und ich betone jetzt leider ja immer noch sehr tief in Männerhand. Du bist eine Inspiration, das zu verändern. Wie? Wie hat sich das damals für dich angefühlt? Ich meine, du bist in die Büroarbeit eingestiegen, dann ins Marketing und und, und. Wie war es da? Wie ist es jetzt?
Tamara Weeber:
Also ich muss mich jetzt outen. Für mich war das nie ein Problem. Ich bin unter Jungs aufgewachsen, ich kann quasi Jungs Deutsch sehr gut. Ich weiß, dass ich unter vielen Frauen ein Thema habe. Also das weiß ich. Deswegen habe ich mir schon auch davor andere Domänen gesucht. Also ich war da eine Zeit im Labor, in einem Motorenprüfstand Unternehmen, die haben Motoren für die Motorenindustrie und Öle und Kraftstoffe für die Petrochemie geprüft und ich war die erste Frau im technischen Bereich. Also ich hatte drei weitere Kolleginnen. Die waren aber im Sekretariat. Alles andere waren Männer. Also ich habe diese Umgebung schon immer gesucht und gebraucht. Keine Ahnung. Insofern ich bin auch unter Jungs aufgewachsen. Ich habe Fußball gespielt, ich bin auf Bäume geklettert, ich habe Lego gebaut.
Sarah Thullner:
Ich vielleicht auch.
Tamara Weeber:
Ich habe mehrere Narben, wo ich genau weiß, wo ich mir die geholt habe als Kind. Ich hatte zwei Freundinnen, eine, mit der habe ich bis heute Kontakt. Die ist aber auch in einer Männerdomäne, die ist in der Computerbranche unterwegs. Also insofern, wir können uns da technisch als Frauen auch immer austauschen. Also mit der habe ich Kontakt gehalten über all die Jahre, mal mehr, mal weniger. Aber ja, ansonsten Es waren Jungs. In meinem ganzen Jahrgang gab es zwei Mädchen bei uns im Viertel und ansonsten waren es Jungs. Deswegen Für mich ist das jetzt nichts Dramatisches, in einer Männerdomäne zu arbeiten. Aber, und da sind wir schon ein bisschen stolz drauf mit unseren sind es, glaube ich, ich habe es jetzt ausgerechnet sechs oder knapp 7 % Frauenquote sind wir in unserer Branche relativ gut weit vorne. Ja, ähm. Es ist aber Fakt. Frauen in dieser Welt entscheiden sich bewusst dafür. Und ich kann jetzt in 100000 Schulen gehen, mich auf den Marktplatz stellen oder irgendwo proklamieren, dass ich unbedingt Mädels und Frauen einstellen möchte. Wenn ich im Kopf nicht bereit bin dafür, dann wird das nichts. Und jetzt muss ich sagen alle Azubienen, die wir eingestellt haben, die wussten, dass ein 17 Zöller Alurad schwer ist. Ich wusste, dass da stehen halt manchmal meine Söhne würden sagen so ein Lauch im September, das erste Mal in der Latzhose, in der Werkstatt und du denkst nur, wie soll das funktionieren? Die Jungs machen sich darüber keine Gedanken. Die wollen Schrauben, die wollen Motorensound haben, die wollen keine Ahnung. Werkstattgeruch haben. Wobei der auch verändert dank Emobilität. Aber darüber Gedanken machen, was das bedeutet, haben die nicht. Die Mädels haben mindestens drei Praktika hinter sich. Die Schrauben mit dem Opa oder mit Papa oder mit Freunden. Und das ist eine andere Einstellung. Und deswegen, wenn es geht, bin ich immer pro Mädels, weil ich genau weiß, dass die in ein anderes Mindset mitbringen.
Sarah Thullner:
Ganz bewusstes Mindset mitbekommen. Ganz ganz durchdachtes Mindset. Ja, spannend. So habe ich das noch nie betrachtet. Muss ich dir ehrlich sagen, dass da mehr der Wunsch und nicht die Tat. Das Entscheidende ist, sondern dass man da wirklich mehr Wunschgedanken hat. Ja, mein Opa hat schon geschraubt, meine Mutter hat schon geschraubt, mal so ein bisschen schwäbisch und mein Vater hat geschraubt und jetzt will ich auch. Ja, das ist eher so dieser Wunsch von irgendwas, was man sich halt im Umfeld irgendwie angeeignet hat. Aber dass da auch viel dahinter ist und viel auch an körperlicher Stärke braucht und und und. Das, das habe ich wirklich auch noch nie so aus dieser Perspektive gesehen. Und eine Frau, die weiß ganz genau, okay, das ist körperlich, das weiß ich, ich muss mich drauf einstellen, ich muss mich eventuell vielleicht auch mal beweisen und werde vielleicht auch mal auf den Prüfstand gestellt bei den Kollegen. Könnte ja auch mal passieren. Das kommt ja bei uns Frauen dann leider ungewollt manchmal auch vor, dass wir gerne auf den Prüfstand gestellt werden, um zu schauen, wie ist unsere Expertise und die machen das mit vollem Bewusstsein. Ja, schön, dass du uns das mal so formuliert hast, weil ich glaube, das kennen viele gar nicht, dass das mit vollem Bewusstsein für Mädels in einer Männerdomäne doch wirklich umgesetzt wird.
Tamara Weeber:
Ja doch. Also die entscheiden sich bewusst dafür und die wissen, was das heißt. Und es klingt immer blöd, aber die stehen ihren Mann. Also die wissen ganz genau, was sie tun und lassen müssen. Und Also in der Motorradbranche haben wir jetzt zwei Auszubildende, die dann auch noch in der Kategorie Beste Auszubildende bei uns mit einem Schnitt von eins Komma irgendwas dabei sind. Das heißt also, die hätten garantiert auch irgendwas anderes in der Welt machen können. Aber sie haben sich bewusst in dem Fall für Kfz für Zweirad, Mechatroniker, Motorrad entschieden und schrauben und machen und tun nicht weniger oder nicht schlechter als ihre männlichen Kollegen. Im Gegenteil, die haben da gar noch Lust und Zeit und machen mit uns Social Media und rocken das dann nebenher auch noch grandios.
Sarah Thullner:
Wie inspirierend. Oder wenn du dann auch noch so eine Dynamik dabei hast, dass dir auch noch sagen Hey, ich möchte das auch noch als Sprachrohr machen und verkörpere das auch noch auf Social Media. Wie toll. Also dann stehen dir wirklich zu 180 % hinter dem Unternehmen. Das ist ja auch oder? Das macht einen doch auch stolz. Tamara, oder?
Tamara Weeber:
Ja, natürlich. Also sonst hätte ich es ja auch nicht erzählt. Das ist schon mega, was die dann leisten. Also das ist schon schon so, dass man irgendwann auch feststellt oh Mist, die sind ja gar kein Azubi mehr. Und wie geht es denn mit Ihnen weiter? Und auch da muss man sich ja frühzeitig damit beschäftigen. Wie will ich die denn danach halten? Wie will ich die weiterentwickeln? In welche Richtung wollen die sich weiterentwickeln? Da muss man dann schon auch gucken, was man mit den Azubis macht. Weil ich meine, wir bilden jetzt nicht just for fun jedes Jahr knapp 45 bis 50 Auszubildende aus. Um dann hinterher zu sagen Wir haben jetzt überhaupt gar keinen Plan für euch.
Sarah Thullner:
So viele, Wow, das ist ja auch das ist eine Summe, das ist eine Verantwortung. Wow, richtig, richtig vorbildlich. Und wie du sagst, ich glaube, das ist leider, muss man auch ehrlich gestehen, immer noch ein unternehmerisches Problem, dass viele das dann doch so machen, wie du es gerade angesprochen hast, nämlich nach der Ausbildung ist Ende. Und was mache ich denn dann? Dann kriege ich vielleicht noch ein gutes Zeugnis oder vielleicht auch noch die Möglichkeit, ein halbes Jahr zu bleiben, aber dann meistens noch zu einem, sagen wir mal ehrlich, zu einem Preis, der nicht gut und nicht schlecht und nicht recht ist. Wo du kaum unternehmerisch, kaum als Angestellte überleben kannst und vielleicht Unternehmen sein sein Bestes daraus zieht. Das ist glaube ich immer noch leider, leider muss man wirklich sagen ein richtiges Problem. Wie Wie seht ihr es? Wie seht ihr das, dass daher Ausbildung auch immer noch ein schwieriges Thema ist. Oder ist das für euch gar kein Thema?
Tamara Weeber:
Also Ausbildung ist für uns ein wichtiges Thema und es ist für uns gerade schön, dass die großen Kollegen der Automobilwelt, die um uns herum ihren Hauptsitz haben oder eine Filiale, gerade nicht so gute Zeiten haben auf dem Weltmarkt und deswegen unsere Auszubildenden auch bei uns bleiben und nicht dem Lockruf des Geldes hinterher rennen. Weil man muss ganz ehrlich sagen, es sind schon unfaire Mittel, die kriegen ein Industriegehalt mit einer vier Tage Woche 30 Stunden. Bei uns sind es 40 Stunden und fünf Tage Woche und das sind halt schon eher bei uns halt noch Handwerk klassisch. Und wir entdecken gerade auch wieder das, dass wir auch bei ehemaligen Mitarbeitern Wieder auf dem Schirm erscheinen. Aus der Kategorie Beständigkeit bringt Sicherheit. Es ist halt was anderes, ob ich jetzt einen Jahresvertrag bei einem großen Konzern habe oder ob ich einen unbefristeten Vertrag bei einem Mittelständler habe. Absolut ja. Ich meine, wir merken das schon auch am Kaufverhalten unserer Kundschaft, die ja da hauptsächlich auch mit involviert sind im System, dass es halt gerade irgendwie schwankt und schwierige Zeiten sind. Aber letzten Endes gab es das schon immer. Es war immer Ebbe und Flut. Es ging immer mal ein Tor auf und alle Mitarbeiter strömten bei uns raus und es ging wieder ein Tor zu und sie kamen wieder zurück. Das ist was. Wenn man das über einen längeren Zeitraum anguckt, war das schon immer so und es wird auch immer so bleiben. Also es ist jetzt nicht, wo wir sagen, Heini Daimler stellt irgendwann nichts mehr ein. Nee, die werden schon irgendwann wieder einstellen, aber dann, wenn sich alles konsolidiert hat. Und das ist halt jetzt der Punkt, wo wir jetzt erst mal sagen, erst mal schön, dann bleiben die da. Der eine oder andere geht dann doch und macht einen Meister oder fängt studieren noch an, aber das ist auch okay. Wir haben auch bei uns im Unternehmen junge Menschen, die eine Ausbildung bei uns gemacht haben und hinterher bei uns dual studiert haben. Also das gibt es auch. Das zeigt uns immer wieder, wir machen nicht so viel verkehrt. Genau das.
Sarah Thullner:
Gegenteil Ihr macht alles richtig.
Tamara Weeber:
Das würde ich noch nicht mal behaupten, dass wir alles richtig machen. Aber wir machen vielleicht nicht ganz so viel kaputt. Und es liegt ja auch immer in der Frage des Betrachters, ob wir es gut machen oder ob es ausbaufähig ist.
Sarah Thullner:
Ja, da hast du recht, da hast du recht. Aber ich finde es so schön, dass du das immer wieder so klein hältst. Musst du immer wieder sagst, wir schauen drauf, wir gucken drauf, wir wir sind immer im Optimieren und das ist ich glaube, das macht euch sehr aus. Also ich glaube, das ist etwas, wofür ihr von eurer Philosophie auch steht. Optimieren kann man immer und immer. Hinschauen ist glaube ich das Wichtige. Und Zuhören ist, glaube ich bei dir auch etwas, was du ganz, ganz bewusst tust. Du hörst, glaube ich, sehr, sehr viel zu und stellt die richtigen Fragen. Und ich glaube, das ist etwas, was unternehmerisch extrem wichtig ist. Extrem wichtig.
Tamara Weeber:
Ja, es gibt auch Beschwerden von meinem Mann und von anderen Kollegen, dass ich nie im Büro bin. Das liegt aber daran, dass ich es Telefon für intern nicht benutze. Also alles, was an meinem Standort ist, von meinem Büro ist, da laufe ich hin. Und das ist der große Vorteil für mich, weil auf dem Weg dorthin kann ich auch das Hirn aushängen und b kriege ich dann doch was vom Flurfunk mit und kann entsprechend das aufnehmen, kann gegensteuern, kann abfangen und das ist mir persönlich sehr, sehr wichtig. Natürlich kann ich den Kollegen im dritten Stock auch anrufen, ich kann aber auch einfach hinlaufen. Und dann denke ich mir immer Nee, ich lauf hin, sonst kann ich auch im Homeoffice sitzen. Das würde ich auch nichts mitkriegen. Ja, und ich glaube, das ist auch was. Und auch eine Philosophie, zu der wir wieder zurück müssen. Mobil arbeiten oder im Homeoffice arbeiten ist eine schöne Sache. Wir müssen uns aber einfach auch bewusst sein Es gibt Berufsgruppen, die werden das niemals nie können. Ein Dachdecker wird nicht im Homeoffice arbeiten können, ein Schreiner wird nicht im Homeoffice arbeiten können, Ein KFZ Mechatroniker wird nicht im Homeoffice arbeiten können und ein Friseur auch nicht.
Sarah Thullner:
Also gehen wir eine Stufe höher. Ein Chirurg wird auch niemals sagen, dass.
Tamara Weeber:
Ja.
Sarah Thullner:
Auch.
Tamara Weeber:
Egal wo du hingehst, wo du hinguckst. Dieses Arbeiten von überall wird gerade plakatiert die letzten Jahre. Und jetzt gehe ich zurück zur Schule und möchte ein Azubi werben. Ja sorry, ich kann halt mit einem KFZ Mechatroniker oder mit einem Karosseriebauer oder einem Lackierer nicht sagen Hey, du kannst dann nachher arbeiten von überall. Das geht nicht.
Sarah Thullner:
Ja, absolut.
Tamara Weeber:
Und wir müssen als Gesellschaft von diesem Ross runter. Wir müssen wieder dahin, dass wir sagen, Beruf kommt von Berufung und nicht Wo verdiene ich das beste Geld? Auch hier Beispiele aus der eigenen Familie. Unser Großer hat Metzger gelernt.
Sarah Thullner:
Also super.
Tamara Weeber:
Das ist jetzt in einer Zeit, in der alle auf Veggie und vegan gehen, schon mal ein schwieriger Punkt. Vom Gehalt reden wir nicht. Nein, nicht vom Azubi Gehalt und auch nicht vom Gesellengehalt. Er hat sich danach entschieden, eine Kochausbildung zu machen.
Sarah Thullner:
Oh Wahnsinn. Okay, er ist.
Tamara Weeber:
Gelernter Metzger und im Sommer dann fertig mit der Kochlehre. Und auch da ist es so er wird nicht ein Problem haben, irgendwo irgendwie zu arbeiten, weil wir haben zu wenig Köche in Deutschland. Es ist halt einfach ein Job. Das ist wie mit den Mädels bei uns in der Werkstatt. Du musst dich bewusst dafür entscheiden. Das ist wie im Pflegebereich. Ja, Du weißt, du hast keinen Samstag, Keinen Sonntag. Du arbeitest, wenn andere feiern, nämlich Weihnachten, Ostern, Silvester. Das ist eine bewusste Entscheidung. Und das müssen wir als Gesellschaft honorieren.
Sarah Thullner:
Ja, definitiv.
Tamara Weeber:
Wir können jetzt nicht sagen, wir gehen nicht mehr essen, weil es ist alles so teuer. Da, wo es günstig ist. Nur mal so als Tipp ist es meistens TKware. Könnt ihr zu Hause machen, braucht ihr gar nicht weggehen. Genau da, wo noch richtig gekocht wird, Wo Lebensmittel eingekauft werden. Ja, die haben ihren Preis. Ja, und jeder, der schreit, der Mindestlohn ist zu wenig. Muss ich darüber auch Gedanken machen?
Sarah Thullner:
Ja, absolut. Bin ich vollkommen bei dir. Und diesen Appell kann man nicht deutlicher öfters und lauter schreien. Wirklich? Ich Ich bin da vollkommen bei dir. Und das ist Wir müssen einfach unser Bewusstsein wieder schärfen. Wir müssen mit Dingen wirklich besser umgehen. Wie du sagst, Ich habe erst vor kurzem einen Post in Instagram hochgeladen, wo ich wirklich ganz bewusst den Text mehrfach nach außen tragen möchte ich. Es war jetzt nur so eine einmalige 24 Stunden Geschichte, Aber ich finde, wir können nicht oft genug betonen, dass eine Ausbildung nie mit dem Ich mache nur eine Ausbildung beginnen darf. Dieser Satz darf niemals so beginnen, weil ich finde, eine Ausbildung ist kein Nur. Das ist eine schöne Grundlage. Das ist ein wunderbarer Weg ins Berufsleben und nicht nur ein nur.
Tamara Weeber:
Und wir dürfen nicht vergessen Wir sind ein privilegiertes Land, das ein duales Ausbildungssystem hat, um das uns andere europäische Länder weltweit beneiden. Wir haben Praxis und Theorie, die wir vermitteln innerhalb von drei Jahren. Das ist was. Das gibt es nirgends. Und dann besitzen wir noch diese Frechheit und sagen zum Beispiel Ein studierter Buchhalter aus Griechenland bekommt hier keine Arbeitszulassung, weil der kann ja Buchhaltung nicht. Sorry, soll an haben ist gleich. Was dem fehlt, ist die Praxis.
Sarah Thullner:
Genau genauso.
Tamara Weeber:
Aber in der Theorie hat der das genauso drauf.
Sarah Thullner:
Absolut. Absolut.
Tamara Weeber:
Das ist das. Wir müssen uns das ins Bewusstsein holen, wie privilegiert unsere Ausbildungen sind. Und jeder, der nach einer Ausbildung als Geselle weiter sich weiterentwickelt, sich weitermacht. Ein Techniker oder ein Meister oder sich spezialisiert?
Sarah Thullner:
Ja.
Tamara Weeber:
Ist nicht weniger wert als irgendjemand, der sechs Semester BWL studiert hat oder sonst irgendwas, sondern das ist der Rückhalt unserer Gesellschaft. Und die Krux merken wir gerade an dem Mein Kind soll es mal besser haben als wir und alle gehen studieren. Wenn ich heute ein technisches Problem habe und beim Elektriker anruft er kommt in sechs, acht, zwölf Monaten. Maler, Gärtner, Heizungsbauer. Egal was. Wir merken es alle, dass es genau daran fehlt.
Sarah Thullner:
Genau der Kalender.
Tamara Weeber:
Ist das auch wieder der Grund zu sagen Kinder, macht ein Praktikum? Überlegt euch das Beruf und Berufung kommt. Und was macht ihr gerne? Und ja, die Hände dürfen auch mal dreckig werden. Das ist nicht schlimm. Es gibt Wasser und Seife.
Sarah Thullner:
Ja und selbst wenn sie dann im KFZ Bereich auch gerne mal eine Woche dreckig sind, weil man es einfach so schnell nicht mehr weg bekommt, ist das vollkommen legitim und vollkommen in Ordnung. Weil man sieht jemandem an, dass er was geschafft hat, dass er was erschaffen hat und geschafft hat. Und das ist vollkommen in Ordnung und schön. Und ich, ich muss immer noch sagen, wir müssen da wirklich, wie du sagst, hinschauen, Bewusstsein schärfen und nicht mehr in diesem Zweiklassensystem denken. Das ist so ein falscher Gedanke, wirklich unternehmerisch falsch. Er ist aber auch auf der ganz menschlichen Ebene falsch und wir müssen da wirklich wieder wegkommen. Und bewusster auch wieder, wie das vorhin so schön gesagt hast, vielleicht auch essen gehen, nämlich zum Genießen und sagen Hey, natürlich gebe ich jetzt hier gerade ein bisschen mehr, vielleicht wie früher aus, aber ich genieße es. Und ich nutze die Zeit und ich tue mir was Gutes. Und dass wir das auch wieder in eine Relation setzen, wie es früher war, weil früher war das genauso. Also ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da ist man nur sonntags essen gegangen, da gab es das unter der Woche gar nicht. Und da ich also ich kenne das noch ganz klassisch, ich bin in einem sehr religiösen Umfeld groß geworden und da ist man morgens in Sonntagmorgens in die Kirche gegangen und danach ist man zum Essen. Und das war ganz bewusste Zugang zu allem, zu diesem Familiären, zu dem bewussten Essen, zu dem Genießen, zu dem Zeit miteinander verbringen. Und vielleicht sollten wir das einfach auch wieder in die richtige Relation setzen, nämlich zusammen das auch wertschätzen, was wir da tun. Und dann können wir auch wieder wertschätzen, wie Essen schmecken darf und wie es dann auch kosten darf, wenn es schmeckt Und ich mich nicht zwei Stunden selber in die Küche gesetzt habe und gestanden habe und gemacht habe und überhaupt. Ja, ähm, ja, ich bin da bei dir und ich glaube ja, dass viele Zuhörer werden wahrscheinlich jetzt gerade auch nickend immer wieder mitgewirkt haben und genau die gleichen Gedanken haben. Und was, was ich jetzt? Weil wir sind. Es ist so traurig, aber wir sind schon wieder am Ende der Zeit und ich finde es so schade, weil ich glaube, ich könnte mir dir bestimmt und auch aufgrund. Auch den Zuhörern noch stundenlang drüber sprechen, weil ich so inspirierend finde. Aber eine wichtige Botschaft, die du vielleicht jetzt auch noch mal sagen willst. Also die vielen, die du jetzt auch schon mit unseren Zuhörern geteilt hast. Was ich so schön finde. Und ich wusste, dass dieses Gespräch super inspirierend wird. Aber gibt es noch etwas, was dir auf dem Herzen liegt, was vielleicht auch der privaten Tamara auf dem Herzen liegt oder der unternehmerischen Tamara, Was du unseren Zuhörern sagen möchtest.
Tamara Weeber:
Ich habe ein Motto. Und das heißt? Das Leben ist bunt.
Sarah Thullner:
Das Leben ist bunt, schön.
Tamara Weeber:
Und bunt ist durch alles ersetzbar ist. Eben durch Bewusstes ersetzbar. Es ist eben durch ein Team nicht als Solokünstler unterwegs zu sein, sondern als Team. Weil wir sind bunt, wir sind alle unterschiedlich, wir haben unterschiedliche Herkünfte, wir haben unterschiedliche Erfahrungen. Und dieses Bunt ist mir eigentlich ganz, ganz wichtig. Keine Stempel aufzusetzen, sondern einfach nur zu sagen Das Leben ist bunt.
Sarah Thullner:
Total schön. Und mit diesen Worten würde ich auch diesen Podcast leider, ich muss es betonen leider jetzt beenden, weil ich finde ihn wirklich sehr schön. Und ich danke dir, Tamara, wirklich für deine Zeit. Ich weiß, wie viel du auf dem Tisch hast, wie viel bei dir? Ja, dich. Dich? Ja, wie nennt man das? Dich zeitlich auch einnimmt. Ich nenne es jetzt einfach mal so, ja, und daher bin ich wirklich sehr, sehr dankbar, dass du dir die Zeit für diese wunderschön, sehr inspirierende Folge genommen hast. Und wenn noch Fragen an Tamara da sind und ihr vielleicht euch auch mit ihr vernetzen möchtet, um noch Fragen an sie persönlich zu stellen, ist das natürlich alles wieder in den ShowNotes drin und ihr könnt euch da gerne auch wie gesagt mit Tamara selber in Kontakt setzen. Oder ihr wendet eure Fragen an mich und daher möchte ich an der Stelle ja jetzt Tschüss sagen und Tamara, die ihr das letzte Wort jetzt geben.
Tamara Weeber:
Danke fürs Zuhören, Danke für die Einladung, Sarah und schöne restliche Zeit.
Sarah Thullner:
Danke dir, Tamara. Bis dann, liebe Zuhörer. Bis zur nächsten Folge bei Happy Business.